Hsg blomberg-lippe sichert sich lilli röpcke: nach vegué-aus sofortige antwort
Ona Vegué war noch nicht einmal in Dortmund angekommen, da hatte die HSG Blomberg-Lippe schon die Nachfolgerin in der Tasche. Lilli Röpcke, 25, springt vom Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt auf Platz zwei der Bundesliga – und bringt 35 Treffer gegen die eigenen Fans mit.
Röpcke kennt die gegner schon aus der innensicht
Zweimal lief sie in dieser Saison gegen die Wildcats auf, zweimal knallte sie ein. „Diese Tore haben nicht nur die Statistik gefüllt, sondern auch die Videosammlung von Jan-Henning Himborn“, sagt ein Insider. Der Geschäftsführer hatte Röpcke schon während seiner Halle-Zeit auf dem Zettel, damals noch als Leihgabe aus Leipzig. Nun holt er sie endgültig an den Lippesee.
Die Zahlen sind klein, aber laut: 35 Buden in 18 Partien, dazu eine Trefferquote von 62 % – das reicht, um im linken Flügel mit Alexia Hauf ein Tempo-Duo zu bilden, das auch in der EHF-Cup-Runde nicht verstummt. Denn genau darauf zielt Blomberg: Europapokal-Luft schnuppern, ohne auf internationale Erfahrung verzichten zu müssen.

„Endlich dänemark, endlich rumänien“
Röpcke selbst redet kein Marketing-Deutsch. „Ich will endlich wissen, wie es ist, in Odense oder Bukarest angepfiffen zu werden“, sagt sie im Gespräch. „Diese Länder waren bientôt nur Twitch-Bilder auf meinem Handy.“ Für sie ist der Schritt kein Quantensprung, sondern eine logische Konsequenz aus drei Jahren Zweitliga-Turbulenzen und einem Aufstieg, der mehr Kraft kostete als gedacht.
Union Halle-Neustadt verliert damit ihre Top-Scorerin, doch die Liga verliert eine der letzten echten Identifikationsfiguren des Aufsteigers. „Wir haben Lilli nicht nur Tore geschossen, sondern auch Kulturtransfer betrieben“, scherzt Co-Trainer Maik Handschuh. „Von ihr lernst du, dass Flügelspielerinnen auch in der 53. Minute noch Sprintrekorde aufstellen.“
Für Blomberg ist der Transfer ein Schweizer Taschenmesser: jung genug, um mit der kernigen Defensive mitzuwachsen, erfahren genug, um sofort Druck auf Links-Altstar Vegué-Ablöse zu nehmen. Die Fans feiern auf Telegram schon jetzt „Röpcke-Ralle“ – eine Mischung aus Rallye und Lipper Kult.
Der Wechsel ist perfekt, der Flügel komplettiert. Wenn im Sommer die Europacup-Gegner aus dem Lostopf fallen, wird niemand mehr über ein Loch an der Außenbahn jammern. Lilli Röpcke ist schon längst angekommen – nur eben noch nicht in der Tabelle.
