Hovik keuchkerian über „grito“: ehrlichkeit statt applaus
- Besuch im „hormiguero“: hovik keuchkerian präsentiert „grito“
- Provokation und ehrlichkeit: die botschaft von „grito“
- Die reaktion des publikums: zwischen ablehnung und tiefer berührung
- Ein befreiendes werk: „grito“ als ventil
- Politische zuschreibungen: „fachoesfera“ und „rojo“
- Kritik an der doppelmoral: umweltretter und alltagsverhalten
- Anekdote und abschluss: der öffentliche austausch
- Die akzeptanz des eigenen schicksals: einsamkeit und wahnsinn
Besuch im „hormiguero“: hovik keuchkerian präsentiert „grito“
Der Schauspieler Hovik Keuchkerian war zu Beginn der Woche Gast in der Sendung „El Hormiguero“ und stellte sein neues Bühnenstück „Grito“ vor. Das Monolog-Stück wird derzeit in den Theatern Luchana in Madrid aufgeführt und geht im Februar auf eine Tour durch Spanien. Moderator Pablo Motos zeigte sich beeindruckt von der Performance, die bis September ausverkauft ist.

Provokation und ehrlichkeit: die botschaft von „grito“
Keuchkerian betonte, dass „Grito“ kein konventionelles Unterhaltungsstück ist. Er thematisiert in seinem Monolog die Frage, ob der Verlust der Fassung automatisch den Verlust der Vernunft bedeuten muss. Er argumentierte, dass man nicht diejenigen verurteilen dürfe, die ihre Emotionen nicht kontrollieren können, wenn man selbst von einer privilegierten Erziehung profitiert hat. Gleichzeitig kritisierte er Heuchler, die nach außen hin korrekt erscheinen, aber innerlich verwerflich sind.

Die reaktion des publikums: zwischen ablehnung und tiefer berührung
„Grito“ spaltet das Publikum. Hovik Keuchkerian ist sich bewusst, dass sein Stück nicht für jeden geeignet ist. Er schätzt jedoch die ehrliche Reaktion der Zuschauer, auch wenn einige das Theater während der Vorstellung verlassen. Er erklärt, dass die Hälfte seiner Performance auf seiner eigenen Vorbereitung beruht, die andere Hälfte aber von der Reaktion des Publikums beeinflusst wird. Jeder interpretiert die Botschaft auf seine eigene Weise.
Ein befreiendes werk: „grito“ als ventil
Keuchkerian beschreibt „Grito“ als ein befreiendes Werk. Er habe nicht geplant, ein bestimmtes Stück zu schreiben, sondern die Worte seien ihm einfach zugeflossen. Es sei das, was er „ausgespuckt“ habe, das, was er unbedingt sagen musste. Er betont, dass er nicht in der Lage sei, „auf Bestellung“ zu schreiben.
Politische zuschreibungen: „fachoesfera“ und „rojo“
Auf die Frage, ob er sich aufgrund seines Auftritts im „Hormiguero“ als Teil der „Fachoesfera“ betrachte, antwortete Keuchkerian schmunzelnd. Er bezeichnete sich als „Facho“ im „Hormiguero“, als „Rojo“ bei „La Revuelta“ und werde in seinem eigenen Show gleichzeitig als beides wahrgenommen. Er betont, dass er nicht darauf aus ist, jedem gefallen zu müssen, sondern ehrlich und konsequent zu sein.
Kritik an der doppelmoral: umweltretter und alltagsverhalten
Keuchkerian übt scharfe Kritik an Menschen, die sich als Retter des Planeten sehen, aber im Alltag grundlegende Regeln der Höflichkeit missachten. Er fragt, wie man den Planeten retten kann, wenn man nicht einmal in der Lage ist, einen Einkaufswagen zurückzustellen oder „Guten Tag“ im Aufzug zu sagen. Er äußert die Meinung, dass die Menschheit es verdient, auszusterben, und die Erde ohne uns besser dran wäre.
Anekdote und abschluss: der öffentliche austausch
Pablo Motos erwähnte eine Anekdote über eine Toilette im Wohnzimmer von Keuchkerian. Dieser bestätigte, dass er früher eine mobile Toilette in seinem Wohnzimmer hatte, nur weil er die Idee lustig fand. Keuchkerian verbringt nach jeder Vorstellung Zeit vor dem Theater, um mit dem Publikum zu sprechen und direktes Feedback zu erhalten. Er betont, dass er nicht darauf aus ist, gemocht zu werden, sondern authentisch zu bleiben.
Die akzeptanz des eigenen schicksals: einsamkeit und wahnsinn
Zum Schluss sprach Keuchkerian über seine Poesie, die von der Thematik der Einsamkeit und des Wahnsinns geprägt ist. Er betonte, dass jeder Mensch einsam stirbt und dass Wahnsinn vielleicht die einzige Möglichkeit sei, bis zu diesem Zeitpunkt zu überleben. Sein Werk ist geprägt von Ehrlichkeit, Provokation und der Bereitschaft, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.
