Horngacher-poker in polen: wechsel geplatzt – oder doch nicht?
Ein Wechseldrama zieht sich in der polnischen Skisprung-Szene hin: Stefan Horngacher, der ehemalige Bundestrainer, steht wohl vor einem Engagement als Sportdirektor, doch die Entscheidung wird auf ungewisse Zeit verschoben. Ein Deal, der schon in trockenen Tüchern schien, hängt nun an einem seidenen Faden – und das vor der Wahl eines neuen Verbandspräsidenten.

Die warte auf tajner: ein hindernis für horngacher
Rafal Kot, Vorstandsmitglied des polnischen Verbandes, machte gegenüber Interia Sport deutlich: „Wir wollen Stefan Horngacher. Aber es ist nicht so, dass wir ihn unbedingt zu diesem Zeitpunkt wollen.“ Der Grund für diese Zögerlichkeit liegt in der bevorstehenden Wahl des neuen Verbandspräsidenten, die am 13. Juni stattfinden soll. Apoloniusz Tajner gilt als nahezu sicherer Kandidat, und bis seine Amtszeit beginnt, soll die Frage nach dem neuen Cheftrainer geklärt werden – bevor überhaupt über Horngachers Rolle als Sportdirektor entschieden wird. Das ist ein taktisches Spiel mit der Zeit, das den Österreicher in Schach hält.
Horngacher signalisiert Geduld, betont aber die Notwendigkeit einer Einigung. Trotz der Verzögerung wolle er „eine Einigung mit uns erzielen“, so Kot. Konkrete Details zu den Gesprächen blieben jedoch unter Verschluss. „Solche Gespräche leben von der Verschwiegenheit“, betonte das Vorstandsmitglied und wies auf den vermeintlich „sinnlosen und nicht hilfreichen Medienrummel“ hin, der durch die Berichterstattung entstanden sei. Diese Aussage deutet auf eine angespannte Atmosphäre hinter den Kulissen hin, in der die Verhandlungen offenbar sehr vertraulich geführt werden.
Was die Sache komplizierter macht: Der bisherige Verbandsboss, Adam Malysz, hatte sich intensiv für Horngachers Verpflichtung eingesetzt. Ein offener Widerspruch kam von Adam Fickowski, einem weiteren Vorstandsmitglied, der sich gegen den Ex-DSV-Coach ausgesprochen hatte. Diese internen Machtkämpfe innerhalb des Verbandes erschweren die Verhandlungen zusätzlich und lassen die Zukunft von Horngacher in Polen ungewiss erscheinen. Die Vorbereitungen für die kommende Saison laufen dennoch, wie Malysz bemerkt, was darauf hindeutet, dass Horngacher weiterhin an einem Engagement interessiert ist.
Die Situation ist brisant: Ein Wechsel an der Spitze des Verbandes, interne Querelen und die Abhängigkeit von einer bevorstehenden Wahl – all das sorgt für Unsicherheit und hält den Transfer von Stefan Horngacher in Schach. Ob der erfahrene Sportdirektor am Ende doch noch in Polen anheuern wird, bleibt abzuwarten. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein.
