Hofmeister krönt comeback mit doppelschlag – doch der 30. sieg bleibt auf der strecke

Ramona Hofmeister feiert in Val St. Come zwei Mal Podium – und verpasst dennoch das, was sie wirklich wollte. Ein Fehler im Halbfinale bremst die 29-Jährige aus, die nach ihrem September-Trauma wieder voll angreift.

Der quersteher, der alles kaputtmachte

Mitte der Bahn rutschte ihr Vorderbrett weg, die Kante griff nicht mehr, die Italienerinnen Dalmasso und Coratti rasten bereits Richtung Finale. Hofmeister spürte, wie sich die Chance auf ihren 30. Weltcup-Sieg in Luft auflöste. Sie fuhr raus, atmete durch, fuhr später das Kleine Finale noch hoch – und setzte sich gegen Kanadas Kaylie Buck durch. „Die Spur war ein Krieg,“ sagt sie, „aber ich bin zurück.“

Ein Satz, der wie ein Schwur klingt. Nur fünf Monate ist es her, dass das Sprungbein brach, Olympia schon in Gefahr schien. Jetzt steht sie wieder auf dem Podest, zweimal hintereinander, genau wie vor der Verletzung. Die Piste in Val St. Come war am Ende ein zerfurchtes Schlachtfeld – und Hofmeister marschierte zweimal durch.

Für Stefan Baumeister endete der Kanada-Trip im Viertelfinale. Gegen Arvid Auner blieb die Reaktion zu lang, Benjamin Karl nutzte die Lücke. Ein Tag zuvor war er schon im Achtelfinale gescheitert, in Peking schon in der Quali – die Saison des 32-Jährigen klingt nach vorzeitigem Ende aus.

Winterberg wird zur endstation – oder zur revanche

Winterberg wird zur endstation – oder zur revanche

Am kommenden Wochenende entscheidet sich, wer den Gesamtweltcup mitnimmt. Hofmeister liegt in der Parallel-Gesamtwertung auf Rang drei, nur 45 Punkte hinter der führenden Coratti. Die Italienerin wird auf heimischer Piste jubeln wollen, doch Hofmeister kennt die Winterberg-Bahn aus unzählien Trainingseinheiten. „Ich kenne jede Kante dort“, sagt sie, „und jetzt kenne ich auch meine eigenen wieder.“

Das Finale wird ihre Antwort auf den Quersteher von Val St. Come – und vielleicht der erste Sieg nach dem Comeback. Dann wäre nicht nur die Verletzung Geschichte, sondern auch die klaffende Lücke zu ihrem letzten Triumph. Der 30. Sieg wartet noch. Winterberg hat den Stift in der Hand.