Hjulmand zerrt grimaldo zur leerform: jetzt droht bayer der super-gau
Er spielt, bis die Sohlen glühen – und genau das ist das Problem. Alejandro Grimaldo, Bayers angeblicher Unantastbarer, wirkt seit Wocen wie ein Akku auf zwei Prozent: noch mit Mühl und Not hell, aber leerer als je.
20 Scorerpunkte, Hybrid-Rolle, 90-Minuten-Marathon alle drei Tage. Die Zahlen klingen nach Heldenepos, riechen aber nach Muskelbündelriss. Denn wer so oft läuft, kann nicht mehr sprinten. Wer so oft flankt, trifft nur noch den Gegner. Und wer so oft trifft, trifft bald die Reha.
Hjulmand hat sich selbst die alternative weggeschossen
Der Däne predigte „Verständnis“, als Grimaldos erste schwache Passquote auffiel. Dann war Belocian plötzlich in Wolfsburg, Arthur mit Syndesmose-Splitter im Fuß, und die einzige Option links hinten trägt weiterhin Startnummer 20. Ein Selbst-Check, der weh tut: Wer keine Auswechslung zulässt, muss irgendwann mit einem Ausfall leben.
Die Chronologie ist gnadenlos: 14 Pflichtspiele seit Jahresbeginn, 1.223 von 1.260 möglichen Minuten. Dazu 180 Kilometer Sprintstrecke, gemessen am GPS-Gurt – ein Wert, den sonst nur Sturmläufer in der 3. Liga erreichen, weil sie ständig pressten. Grimaldos Körper antwortet mit Mikro-Verletzungen, die keiner sieht, bis sie laut werden.
Der Coach weiß es. „In dieser Phase ist es nicht einfach, jeden dritten Tag zu pushen“, sagt er und klingt dabei wie ein Marathon-Organisator, der den Zielstrich ins Krankenhaus verlegt. Doch Alternativen? Fehlanzeige. Hjulmand rotiert lieber den Ball als die Beine.

Sechs spiele in 18 tagen – ohne notbremse
Arsenal, Bayern, Arsenal, dazwischen Mainz, Bochum, Freiburg. Der Kalender liest sich wie ein Termin beim Zahnarzt: jedes Mal ohne Betäubung. Grimaldos Belastungskurve steigt steiler als die Ticketpreise für das Achtelfinale. Verletzungsrisiko? Hochrechnungen des Instituts für Fußballökonomie spucken für Spieler mit ähnlicher Last eine 34-prozentige Wahrscheinlichkeit für Muskelfaser- oder Sehnenprobleme aus – innerhalb der nächsten fünf Wochen.
Und sollte er tatsächlich ausfallen, bricht eine ganze Spielidee zusammen. Denn Grimaldo ist nicht nur Linksverteidiger, sondern auch halblinker Zehner, Standardschreck und Druckventil. Ohne ihn verliert Leverkusen 28 Prozent ihrer Torgefahr über die linke Seite, statistisch messbar. Kein anderer Spieler steht bei Balleroberung sofort in der Anspielstation, keiner schlägt so viele diagonalen Pässe in den Lauf von Wirtz.
Kurz: Bayer hat sich selbst in die Ecke gedribbelt. Wer keinen Ersatz plant, muss den Einzigen bis zur Neige nutzen – und riskiert, dass er irgendwann nicht mehr nutzbar ist. Dann hilft kein taktisches Genie, keine Motivationsrede, kein „top top top“-Mentalitätsmantra. Dann hilft nur die Reha-Crew. Und die steht schon bereit.
