Hitzlsperger: fußball-freude durch wm-regeln neu denkbar?

Winston-Salem – Thomas Hitzlsperger hat eine These, die im deutschen Fußball gerade die Gemüter erhitzt: Die Fans können sich aktuell nicht mehr unvoreingenommen auf Fußball freuen. Der ehemalige Nationalspieler und WM-Experte äußerte sich im Rahmen des Mittagsmagazins zu dieser Thematik, während er die Vorbereitungen der deutschen Nationalmannschaft auf die WM 2026 verfolgt. Die veränderten Rahmenbedingungen, insbesondere die erweiterte Gruppenphase mit ihren neuen Qualifikationsmöglichkeiten, spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Die wm-regeln als chance für die deutsche elf?

Die wm-regeln als chance für die deutsche elf?

Die Gruppenspiele der WM 2026 sind so gestaltet, dass auch Teams, die nicht als Gruppenersten oder Zweitplatzierten hervorgehen, eine realistische Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde haben. Acht der zwölf Drittplatzierten qualifizieren sich – eine Regeländerung, die der DFB-Elf durchaus zugutekommen könnte, so Hitzlsperger. "Die ersten beiden Mannschaften kommen direkt weiter. Auch acht von zwölf Drittplatzierten ziehen in die nächste Runde ein. Das werden sie schaffen." Nach den enttäuschenden Vorrundenausscheiden bei den letzten beiden Weltmeisterschaften in Russland und Katar, scheint diese Regeländerung eine gewisse Entlastung für das Team zu bedeuten.

Doch Hitzlsperger sieht auch Schattenseiten: Neben Frankreich, Argentinien und Spanien, die er als individuell stärker einschätzt, mahnt er zur Realität. "Grundsätzlich ist der 44-Jährige der Überzeugung, dass neben Frankreich auch Argentinien und Spanien 'individuell besser aufgestellt' als das DFB-Team seien. Aber wenn die Mannschaft einen guten Rhythmus findet, spricht nichts dagegen, bis ins Halbfinale oder ins Endspiel zu kommen."

Währenddessen bereitet sich die deutsche Nationalmannschaft in Winston-Salem intensiv auf das bevorstehende Turnier vor. Nach der Ankunft am Montag wurden die Spieler von 3.000 Fans empfangen, die den Teamgeist zusätzlich beflügeln sollen. Bundestrainer Julian Nagelsmann betonte die Notwendigkeit, eine gute Mischung aus Gegnervorbereitung und allgemeiner Trainingsarbeit zu finden, um die bestmögliche Form für die Spiele zu erreichen.

Ein weiterer positiver Aspekt: Manuel Neuer, der in den letzten Testspielen fehlte, scheint seine Wadenprobleme überwunden zu haben und könnte am Sonntag gegen Curacao im Tor stehen. Seine Rückkehr ist ein wichtiges Signal für das Team und die Fans.

Die Busfahrt für Fans zum letzten Gruppenspiel wird von den Spielern finanziert. Joshua Kimmich und seine Kollegen übernehmen die Kosten für den Transport von New York zur Arena in New Jersey. Ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den treuen Anhängern, die trotz hoher Transportkosten die Mannschaft unterstützen.

Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko verspricht spannende Spiele und neue Geschichten. Ob Thomas Hitzlspergers These, dass die Fans sich nicht mehr unvoreingenommen auf Fußball freuen können, sich bewahrheitet, wird sich zeigen. Fest steht: Die deutsche Nationalmannschaft hat die Chance, das Land zu begeistern und eine positive Überraschung zu präsentieren.