Hitzewelle stoppt sportler? experten warnen vor überforderung

Berlin brennt – und das nicht nur asphaltbedingt. Die Temperaturen klettern auf über 30 Grad, und die Frage, ob und wie man bei dieser Hitze Sport treiben sollte, spaltet die Gemüter. Deborah Schöneborn, ehemalige Leistungssportlerin und Ärztin, gibt im rbb|24-Interview klare Ratschläge – und warnt eindrücklich vor Selbstüberschätzung.

Leistungseinbußen ab 25 grad: was sportler wissen müssen

Leistungseinbußen ab 25 grad: was sportler wissen müssen

„Die Stimme der Sportlerin ist zwar laut, aber die Vernunft muss sie übertrumpfen“, erklärt Schöneborn. Denn ab 25 Grad Celsius nimmt die Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit drastisch ab. Die Durchblutung wird in die Haut gelenkt, um den Körper abzukühlen, was die Muskulatur benachteiligt. „Das führt zu enormen Leistungseinbußen, gerade wenn man den Ehrgeiz nicht zügeln kann.“

Schöneborn betont, dass es zwar wenige Bevölkerungsgruppen gibt, denen man generell von Sport abraten würde, aber die Risiken – insbesondere Dehydration und Elektrolytverlust – bei Hitze deutlich steigen. „Ältere Menschen, Schwangere und vorerkrankte Personen sollten besonders vorsichtig sein.“

Aquajogging statt Marathon: Eine clevere Lösung

Doch was tun, wer nicht auf sein Training verzichten möchte? Schöneborn schlägt Alternativen vor: „Ich gehe im Sommer regelmäßig Aquajoggen. Es ist angenehm und trotzdem ein gutes Herz-Kreislauf-Training – aber deutlich weniger anstrengend als Laufen in der prallen Sonne.“ Auch das Anpassen der Trainingszeit und -intensität ist entscheidend. Frühe Morgenstunden oder späte Abende sind ideal.

Neben der Wahl der Sportart spielen auch Kühlstrategien eine Rolle: „Ein nasses Handtuch, eine nasse Kappe – alles, was den Körper vorab etwas runterkühlt, hilft enorm.“ Und natürlich: ausreichend trinken und auf den Körper hören. „Die Aufnahmekapazität des Magen-Darm-Trakts ist begrenzt. Besser kleine Mengen regelmäßig zu sich nehmen.“

Die Expertin warnt außerdem davor, sich auf Profis zu verlassen. „Jeder Mensch schwitzt anders. Was für den einen funktioniert, muss nicht für den anderen gelten.“ Regelmäßiges Training in der Hitze hilft dem Körper, sich anzupassen und Elektrolyte zu sparen.

Schöneborns eindringliche Mahnung: „Vergesst nicht, dass eure Gesundheit wichtiger ist als eine neue Bestzeit. Hört auf euren Körper und passt euer Training an die Bedingungen an. Sonst endet der sportliche Ausflug schneller in einer medizinischen Notlage.“