Hitzewelle bei roland garros: spieler protestieren, organisatoren im dilemma

Paris brennt! Roland Garros steht unter keinem guten Stern. Die ersten Tage des Turniers werden von extremen Temperaturen geprägt, die die Spieler an ihre Belastungsgrenze bringen und die Organisatoren vor eine Zerreißprobe stellen. Über 30 Grad Celsius – ein Mai wie dieser wurde in Paris so noch nie erlebt.

Die hitze nagt an den nerven der tennisstars

Die Athleten sind sichtlich angeschlagen. Arthur Rinderknech, französischer Hoffnungsträger, fasste es pragmatisch zusammen: „Es geht ums Überleben.“ Anstatt sich über die Hitze zu beklagen, konzentrieren sich die Spieler darauf, jeden einzelnen Punkt zu kämpfen und das Wasser in den Hals zu bekommen. Die Herausforderung liegt nicht nur im körperlichen Limit, sondern auch in der mentalen Stärke, sich nicht von den äußeren Bedingungen beeinflussen zu lassen.

Die ungewöhnliche Hitzewelle kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Gerade die langen, anstrengenden Fünf-Satz-Matches fordern von den Spielern alles. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Erholungsphasen: „Man muss noch mehr trinken, viel mehr, und idealerweise mit etwas Salz, um die Flüssigkeit im Körper zu halten“, so Rinderknech. Nach seinem Match stürzte er sich direkt in ein zehnminütiges Kaltbad, um die Körpertemperatur schnellstmöglich zu senken.

Neue regeln, alte probleme: wer entscheidet bei extremer hitze?

Neue regeln, alte probleme: wer entscheidet bei extremer hitze?

Die ATP hat zwar ab 2026 neue Regeln erlassen, die bei Temperaturen über 30 Grad Celsius eine zehnminütige „Cooling Break“ und bei über 32 Grad die Spielunterbrechung vorsehen. Doch diese Bestimmungen gelten nicht automatisch für die Grand-Slam-Turniere. Die Verantwortung für die Entscheidungsfindung liegt beim Grand Slam Board, das im Falle extremer Hitze die volle Entscheidungsfreiheit besitzt. Das bedeutet, dass die Organisatoren von Roland Garros selbst entscheiden müssen, ob strategische Pausen gewährt, Matches unterbrochen oder sogar die mobilen Dächer über den Centre Court (Philippe Chatrier) und dem Suzanne Lenglen Court geschlossen werden.

Die Schließung der Dächer, die etwa 15 Minuten dauert, würde die Arenen in Indoor-Hallenspiele verwandeln und so die Temperatur stabilisieren. Doch die Frage bleibt: Wie lange können die Spieler diese Strapazen aushalten? Die Organisatoren stehen unter großem Druck, die Gesundheit der Athleten zu schützen, ohne das Turnier unnötig zu gefährden.

Die kommenden Tage werden zeigen, wie die Verantwortlichen mit der Hitzewelle umgehen werden. Eines ist jedoch sicher: Die extreme Hitze hat Roland Garros 2024 zu einem ungewöhnlichen und herausfordernden Ereignis gemacht.