Hitlergruß im bernabéu: uefa schlägt real madrid mit 15.000 euro und bewährungs-sperre
Der Nazi-Gruß im Estadio Santiago Bernabéu kostet Real Madrid jetzt 15.000 Euro und droht ihnen künftig 500 Plätze zu kosten. Die UEFA erklärte den spanischen Rekordmeister am Freitag für schuldig an «rassistischem und/oder diskriminierendem Verhalten» seiner Anhänger und verhängte die erste Sanktion, die weit über ein bloßes Bußgeld hinausgeht.
Der vorfall in der 29. minute vor anpfiff
Am 25. Februar, 29 Minuten vor dem Champions-League-Playoff-Rückspiel gegen Benfica Lissabon, filmte eine Überwachungskamera im Block 122 einen Mann in weißer Kapuzenjacke, der mehrfach den rechten Arm streckte – den klassischen Hitlergruß. Sicherheitskräfte eilten sofort herbei, der Zuschauer wurde des Platzes verwiesen und später von der Polizei Madrid festgenommen. Die Bilder lagen der UEFA am nächsten Morgen vor, das Disziplinarverfahren war eine reine Formsache.
Die 15.000 Euro sind laut UEFA-Richtlinie der Mindestbetrag bei «verfestigten rassistischen Symbolhandlungen». Dennoch ist das Urteil bemerkenswert, weil es erstmals auch einen Teil-Ausschluss von 500 Plätzen vorsieht – allerdings auf Bewährung. Sollte Real bis Februar 2027 keinen weiteren Vorfall dieser Kategorie verzeichnen, entfällt die Sperre. Tut sich etwas, muss der Klub die Plätze für ein internationales Heimspiel sperren und zusätzlich 50.000 Euro zahlen.

Real madrid reagiert mit schweigen
Von offizieller Seite hieß es lediglich, man akzeptiere das Urteil und werde «interne Maßnahmen verstärken». Kritiker werfen dem Klub jedoch vor, die Nazi-Vorfälle in den vergangenen Jahren herunterzuspielen. Statistiken des spanischen Sportministeriums zufolge wurden in LaLiga seit 2019 insgesamt 37 vergleichbare Vorkommnisse registriert, acht allein im Bernabéu – Spitzenwert.
Parallel schwelt der Rassismus-Eklat vom Hinspiel: Benficas Gianluca Prestianni hatte Vinícius Júnior nach dessen Tor offenbar rassistisch beschimpft, woraufhin sich der Brasilianer das Trikot vors Gesicht hielt. Die UEFA sperrte Prestianni für das Rückspiel, doch dessen Klub legt Einspruch ein. Für Real Madrid geht es im Achtelfinale gegen Manchester City (11./17. März) weiter – mit oder ohne 500 leeren Sitzen, sollte der Bewährungszeitraum platzen.
