Hirscher: comeback? „traue ich mir heute absolut gar nicht zu“, sagt ski-legende

Marcel Hirscher, der achtfache Gesamtweltcupsieger, hält seine sportliche Zukunft offen – und das nach einem Kreuzbandriss, der seinen jüngsten Comeback-Versuch jäh unterbrach. Der 37-Jährige schließt ein erneutes Comeback nicht kategorisch aus, betont aber, dass er sich nicht zu einem Rückkehrer zwingen wird, koste es, was es wolle.

Die verletzung bremst den champion aus

Im Gespräch mit dem Schweizer Radio und Fernsehen äußerte Hirscher seine Zweifel: „Ob es für die oberste Liga reicht, getraue ich mir heute absolut gar nicht mehr zu beantworten.“ Ein bitterer Rückschlag, denn gerade erst hatte der Österreicher nach einer fünfjährigen Pause sein Comeback in den Weltcup gewagt, unter dem Banner der Niederlande – ein überraschender Nationenwechsel, der auf die Abstammung seiner Mutter zurückzuführen ist.

Ein holpriger neustart und die rolle des hutzelmanns

Ein holpriger neustart und die rolle des hutzelmanns

Die Freude über die Rückkehr war jedoch nur von kurzer Dauer. Im Dezember 2024 erlitt Hirscher bei einem Training auf der Reiteralm einen Kreuzbandriss. „Jetzt kann ich auch bei diesem Thema mitreden“, kommentierte er die Verletzung mit trockenem Humor. Doch hinter der Selbstironie verbirgt sich die Erkenntnis eines Athleten, der sich mit der Realität des Sports nach schweren Verletzungen auseinandersetzt. Er zollte seinen Kollegen Respekt: „Hut ab vor jedem Athleten und jeder Athletin, die nach Verletzungen zurückgekommen sind.“

Gesundheit vor sportlichem ehrgeiz

Gesundheit vor sportlichem ehrgeiz

Aktuell hat Hirscher oberste Priorität: seine Gesundheit. „Der bisherige Heilungsverlauf meines Kreuzbandrisses war nicht unbedingt positiv“, so der frühere Dominator des Skisports. „Ich will zuerst gesund werden. Dann schauen wir, ob Skirennen möglich sind.“ Der Fokus liegt klar auf der Rehabilitation, bevor über weitere sportliche Ambitionen nachgedacht werden kann.

Ein blick zurück: zu schnelles tempo und verpasste chancen

Ein blick zurück: zu schnelles tempo und verpasste chancen

Hirscher blickt kritisch auf die Umstände seines jüngsten Comebacks zurück. Die von der FIS angebotene Wildcard hatte dazu geführt, dass alles „viel zu schnell“ ging. Er gesteht ein: „Der Plan war, einige FIS-Rennen zu fahren und körperlich fit zu werden, dann ein paar Europacuprennen. Und wenn es sich ausgeht, das eine oder andere Weltcuprennen.“ Rückblickend betrachtet, hätte der Prozess wohl strukturierter ablaufen müssen. Seine Ergebnisse spiegelten diesen Eindruck wider: In drei Rennen schaffte er es nur einmal in die Punkteränge. Ein Zeichen dafür, dass der Druck, den die Erwartungen mit sich brachten, möglicherweise zu hoch war.

Die Karriere von Marcel Hirscher war geprägt von Triumphen und Dominanz. Diese Phase der Unsicherheit und des Kampfes um die Rückkehr ist für ihn eine neue Erfahrung, die ihn jedoch nicht entmutigt. Vielmehr zeigt sie die menschliche Seite eines Sportlers, der sich seinen Zielen mit Ehrlichkeit und Bescheidenheit nähert.