Hertha verspielt den aufstieg in der nachspielzeit – bochum trifft zum 1:1

Die Hertha hätte drücken können, hätte den Sekt schon kaltgestellt. Doch dann kam die 91. Minute, ein Eckball, ein Kopfballduell und plötzlich war alles vorbei. 1:1 gegen Bochum, Traum vom Aufstieg erneut auf Eis gelegt.

Ein kopf verrutscht, ein traum zerbröckelt

John Brooks kehrte zurück, sein erster Pflichtspiel-Einsatz seit Sommer 2024. Er sollte die Hintermannschaft stabilisieren, stattdessen verliert er das entscheidende Kopfballduell gegen Wätjen. Der Ball segelt zur zweiten Stange, Kolbe rutscht unglücklich auf, Morgalla donnert die Kugel aus fünf Metern ins kurze Eck. Die Alte Försterei verstummt, die Bochumer jubeln sich die Seele aus dem Leib.

Die Szene wirkt wie ein böses Déjà-vu. Hertha dominiert weite Strecken, lässt kaum etwas zu, vergeigt aber wie schon so oft die eigene Chancenauswertung. Brekalo scheitert früh, Kownacki trifft per Strafstoß – danach wird's zäh. Bochum wirkt ideenlos, bis eben diese Ecke fällt. Sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, das ist keine Lücke mehr, das ist ein Graben.

Die konkurrenz stolpert, hertha stolpert mit

Die konkurrenz stolpert, hertha stolpert mit

Darmstadt remis in Magdeburg, Elversberg verliert in Fürth, Paderborn rutscht in Bielecker erst in der Schlussphase auf. Die Ausgangslage war perfekt, die Tabelle lud zum Zuschauen ein. Doch statt zuzuschlagen, schenken die Berliner zwei Punkte her – und verschenken damit auch die letzten Sympathiepunkte ihrer Fans.

Trainer Leitl stemmt sich gegen die Ernüchterung, doch seine Körpersprache verrät ihn: Schultern gesenkt, Blick leer. Die Saison ist noch nicht vorbei, aber die Luft ist raus. Die Frage ist nicht mehr, ob Hertha aufsteigt, sondern wie lange es noch dauert, bis die sportliche Leitung Konsequenzen zieht. Die Uhr tickt lauter als je zuvor.