Hertha schockt münster mit var-skandal und last-minute-k.o.
Münster – 90+3 Minuten waren gespielt, als Marten Winkler den Ball zur Ecke hätte ausspielen sollen. Stattdessen zog der Berliner ab, traf flach ins rechte Eck und riss 18.000 Preußen-Anhängern das Herz heraus. Das 1:2 gegen Hertha BSC bleibt nicht nur wegen der späten Pleite in Erinnerung, sondern wegen einer Szene, die die 2. Bundesliga in den Wahnsinn trieb: Ein vermutlich vermummter Fan zog dem VAR-Monitor buchstäblich den Stecker.
Schwarzer bildschirm statt elfer-beweis
Schiedsrichter Felix Bickel wollte Fabian Reese’ Foulelfmeter vor der Pause noch einmal prüfen, doch der Bildschirm blieb schwarz. Statt Zeitlupe gab es nur Stille. Bickel ließ sich über Lautsprecher von Kollegin Katrin Rafalski leiten, stellte auf Strafstoß um – und die Münsteraner Kulisse explodierte erneut. "Das ist keine Provinzposse mehr, das ist Sabotage", sagt ein DFB-Insider. Die Staatsanwaltschaft Münster ermittelt wegen Störung einer sportveranstaltung, der Verein droht Punktabzug und hohe Geldstrafe.
Den Spielern blieb nur das Nachspiel, in dem sie sich selbst erklären mussten. Kapitän Lukas Hendrix stand mit leerem Blick vor dem Block 5 und sagte: "Wir haben 93 Minuten alles reingeworfen, und dann bekommen wir so einen Hieb. Das darf uns nicht passieren, wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen." Trainer Alexander Ende flüchtete ins Innere, wollte sich nicht zur VAR-Panne äußern. „Ich halte mich aus solchen Themen raus“, sagte er knapp und verschwand.

Hertha profitiert und steigt auf platz vier
Für Hertha war es der dritte Auswärtssieg in Folge. Die Berliner nutzen die Konfusion gnadenlos und kletteren auf Rang vier – nur zwei Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsplatz. „Wir haben Glück gehabt, aber wir haben auch Moral gezeigt“, sagte Stefan Leitl, der die Unruhe vor der Pause nutzte, um seine 4-2-3-1-Umschaltung zu perfektionieren. Der 45-Jährige fordert Konsequenzen: „So etwas darf nicht passieren. Ich hoffe, dass Münster dafür nicht zu hart bestraft wird, aber es muss ein Exempel statuiert werden.“
Mit dem Sieg im Rücken reist Hertha am Samstag nach Bochum. Münster muss am Sonntag in Dresden antreten – und dort könnte die nächste Atmosphäre brennen. Denn wenn der DFB die Punkte nachträglich wertet, steht der SC Preußen plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Die Saison ist noch lang, aber für die Preußen könnte diese eine Stecker-Szene zur Saison-Defining-Moment werden.
