Hertha kassiert gewinn – doch die schuldenberge wachsen
Hertha BSC meldet einen Gewinn für die Hinrunde, doch der Schein trügt. Die finanziellen Probleme des Klubs sind keineswegs gelöst, im Gegenteil: Die Schuldenlast bleibt immens.

Was hinter der positiven bilanz wirklich steckt
Die Berliner konnten im zweiten Halbjahr 2025 erstmals seit langem einen Gewinn von 385.000 Euro verbuchen. Geschäftsführer Ralf Huschen spricht von einem “wichtigen Zwischenschritt” auf dem Weg zur wirtschaftlichen Konsolidierung. Ein Ergebnis, das jedoch vor allem durch drastische Sparmaßnahmen und den Verkauf von Vermögenswerten erzielt wurde. Die Freude über den Gewinn sollte also nicht zu groß sein.
Der operative Gewinn beträgt zwar 4,1 Millionen Euro, doch die Abschreibungen in Höhe von 1,3 Millionen Euro und die Zinszahlungen von 2,4 Millionen Euro belasten die Bilanz erheblich. Hertha hat zwar im Dezember Anteile des Nordic Bond im Wert von 21,2 Millionen Euro zurückgekauft, um die Zinslast zu senken, doch die Gesamtverschuldung liegt weiterhin bei beängstigenden 36,2 Millionen Euro. Ein Teufelskreis, aus dem es schwer werden dürfte, auszubrechen.
Die Steuererklärung des Vereins zeigt deutlich: Das Sparprogramm ist kein Selbstläufer, sondern erfordert harte Entscheidungen und schmerzhafte Einschnitte. Der Wert des Profikaders wird derzeit auf 59 Millionen Euro geschätzt, doch ob dieser Wert im kommenden Sommer noch Bestand haben wird, ist fraglich. Weitere Verkäufe sind wahrscheinlich unumgänglich, um die finanzielle Stabilität langfristig zu gewährleisten.
Geschäftsführer Peter Görlich betont, dass der eingeschlagene Weg “kein Selbstläufer” sei, sondern das Ergebnis von “Strategie und konsequenten Entscheidungen”. Doch die Realität sieht anders aus: Hertha taumelt am Abgrund und benötigt dringend neue Einnahmequellen, um nicht den Weg in die Insolvenz zu beschreiten. Die Hoffnung auf einen sportlichen Aufschwung allein wird nicht ausreichen, um die finanziellen Probleme zu lösen. Die Zeit drängt.
Die Zahlen lügen nicht: Hertha BSC ist zwar kurzfristig finanziell etwas entspannter, doch die langfristige Perspektive bleibt düster. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Verein in der Lage ist, die Schuldenlast zu bewältigen und eine nachhaltige wirtschaftliche Basis zu schaffen. Andernfalls droht der endgültige Absturz.
