Hertha bsc patzt: seguin hadert mit vergebenem sieg!
Berlin – Der Traum vom direkten Aufstieg in die Bundesliga liegt für Hertha BSC nach dem 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern in greifbarer Nähe, aber eben auch wieder weiter entfernt. Vor knapp 60.000 Zuschauern in der Hauptstadt präsentierte sich die „Alte Dame“ am Samstag erschreckend ungefährlich und verpasste es, den Vorsprung der Spitze zu verringern. Ein bitterer Rückschlag, der die Nerven der Fans strapazierte.

Die chancenverwertung – ein ewiges problem
Die Enttäuschung war greifbar, nicht zuletzt bei Paul Seguin, der in der 90. Minute am Aluminium scheiterte. Ein Pfostenschuss, der so viel mehr hätte bedeuten können. „Vom Gefühl hatte ich dieses Spiel schon tausendmal in dieser Saison erlebt“, klagte der Franzose, dessen Worte die Frustration im Team widerspiegelten. Hertha war einfach nicht effektiv vor dem gegnerischen Tor. Kapitän Fabian Reese brachte es auf den Punkt: „Wir müssen noch genauer schießen und noch mehr Killerinstinkt haben.“
Das Spielgebaren wirkte gedrückt, die Kreativität fehlte. Ein klarer Gegensatz zu den starken Leistungen der vergangenen Wochen. Das Gegentor durch Mergim Berisha kurz nach der Pause wirkte wie ein Nackenschlag. Toni Leistner, Routinier in der Abwehr, bewertete den Treffer unmissverständlich: „Beim Gegentor hatten wir zweimal die Chance, das Ding zu klären – aber dann kommt der Ball halt wieder dahin, wo er hinkommt.“ Ein vermeidbarer Fehler, der die Partie entschied.
Trainer Stefan Leitl steht vor einer Herausforderung. Die theoretische Möglichkeit, die Aufstiegsränge noch zu erreichen, schrumpft mit jeder verlorenen Partie. Luca Schuler, der als Joker nochmals Gefahr heraufbeschwor, scheiterte ebenfalls am starken Kaiserslauter Torwart Julian Krahl. „Jetzt ist die Enttäuschung groß, aber wir sind im Endeffekt selbst schuld“, erklärte der Stürmer.
Die Fans, die in großer Zahl die Hauptstadtarena gefüllt hatten, sahen eine Hertha BSC, die ihrer Favoritenrolle in keiner Weise gerecht wurde. Die Hoffnung auf eine schnelle Aufholjagd ist geschwunden. Aber wie Reese betonte: „Der Aufstieg war für uns kein großes Thema, wir wollten einfach an die letzten Wochen anknüpfen und das Spiel gewinnen. Das ist uns nicht gelungen und das ist das, was hängen bleibt und uns traurig macht.“
Die kommenden Aufgaben in Braunschweig und danach werden zeigen, ob Hertha BSC die Klasse hat, um sich von diesem Rückschlag zu erholen und die Saison doch noch positiv zu beenden. Denn eines ist klar: Die Konkurrenz schläft nicht und die Zeit drängt.
