Hertha bsc: görlich sieht frauenfußball als vorreiter – und union als vorbild

Berlin – Der Aufstieg der Hertha BSC Frauen in die 2. Bundesliga ist mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Geschäftsführer Peter Görlich sieht darin eine Chance für den gesamten Verein, neue Wege zu gehen und gesellschaftliche Trends aufzugreifen. In einem exklusiven Gespräch mit rbb|24 spricht er über die Ambitionen des Teams, die Bedeutung von Gleichberechtigung im Fußball und die überraschende Inspiration durch den Stadtrivalen Union Berlin.

Die frauen als wegbereiter für hertha

Die Euphorie nach dem Aufstieg gegen Saarbrücken ist noch deutlich spürbar. Görlich verfolgte das Spiel im Stadion und beschreibt, wie ihn die Leistung des Teams emotional mitgerissen hat. "Hertha kann etwas gewinnen!", strahlt er. Doch es geht um mehr als nur um Siege. Görlich ist überzeugt, dass der Frauenfußball einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung des Vereins leisten kann. "Wir erleben ja auch mit der jetzigen Weltmeisterschaft, dass diese doch sehr männlich geprägte Herangehensweise gar nicht mehr so von Erfolg gekrönt ist.“, so der Geschäftsführer. Er glaubt, dass Frauen im Leistungssport andere Führungsqualitäten mitbringen, die auch im Fußball Anwendung finden sollten.

Vorbild union: mehr als nur ein konkurrent

Vorbild union: mehr als nur ein konkurrent

Obwohl Hertha BSC und Union Berlin traditionell Rivalen sind, schätzt Görlich die Arbeit des Stadtrivalen im Frauenfußball sehr. "Das macht Union richtig gut“, betont er. Er sieht in Unions Engagement ein Vorbild dafür, wie man das Thema Frauenfußball ernst nimmt und in den Verein integriert. Görlich betont, dass Hertha sich nicht einfach an Unions Erfolgsmodell orientieren möchte, sondern einen eigenen Weg gehen will. „Nicht als Kopie des Herrenfußballs, sondern als eigenständiger Bereich innerhalb von Hertha BSC.“

Mindset statt kopieren: der schlüssel zum erfolg

Mindset statt kopieren: der schlüssel zum erfolg

Görlich ist überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg der Hertha Frauen in einem starken Teamgeist und einem klaren Mindset liegt. Er spricht von einer Kombination aus Talent, Training und mentaler Stärke. Der Kader wurde nur punktuell verstärkt, da der Verein vor allem an die vorhandenen Spielerinnen glaubt. „Wir schauen natürlich, dass die Spielerinnen sauber versichert sind, dass wir da gewisse Sicherheiten bieten können“, erklärt Görlich.

Wer steigt zuerst auf?

Wer steigt zuerst auf?

Die Frage, ob die Männer- oder die Frauermannschaft von Hertha BSC zuerst in die 1. Bundesliga aufsteigt, lässt Görlich schmunzeln. „Das ist eine schwere Frage“, gibt er zu. Er betont, dass beide Teams das Ziel haben, ihr Maximum zu erreichen, und dass es letztendlich auf die Fähigkeit ankommt, die Unwägbarkeiten im Sport zu meistern. Der Wettbewerb zwischen den Geschlechtern bei Hertha BSC verspricht Spannung und dürfte die Fans begeistern.

Die Saison 2026/27 beginnt für Hertha BSC mit hohen Erwartungen und einem klaren Ziel vor Augen: Die 2. Bundesliga meistern und den nächsten Schritt in Richtung Bundesliga machen – mit Frauenfußball als Vorreiter für den gesamten Verein. Der Aufstieg ist nur der Anfang.