Heidenheim trotzt den quoten: schmidt glaubt an wunder!
Die Fußball-Bundesliga hält die Fans in Atem – und der 1. FC Heidenheim beweist, dass selbst die geringsten Chancen nicht bedeuten müssen, aufzugeben. Mit minimalen 1,77 Prozent Wahrscheinlichkeit für den Klassenerhalt stellt der Supercomputer von Opta die Aufgabe vor eine Mammutaufgabe. Doch Trainer Frank Schmidt und sein Team weigern sich, sich ihrem Schicksal zu ergeben – und das mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen.

Schmidt pfeift auf die statistik – und setzt auf kampfgeist
Während Experten und Statistiker bereits über den Abstieg spekulieren, hält Frank Schmidt eisern an seinem Glauben fest. „Ich weiß, viele Leute sagen, der ist verrückt“, so der Coach, „aber ich fahre nicht hin, um nur mitzuspielen.“ Die Aufgabe am Samstag gegen den FC Bayern München ist zweifellos gewaltig, aber Schmidt schöpft aus der Vergangenheit und aus dem unbändigen Willen seiner Mannschaft.
„Wir müssen fast neun Punkte holen“, stellt Schmidt klar. Das bedeutet: Volle Kraft nach vorne in München, gegen Köln und gegen Mainz. Ein Kraftakt, der den Rahmen sprengt, aber nicht unmöglich erscheint, wenn man an die historische Leistung des Teams denkt.
Die Erinnerung an den Sieg im April 2024, als die Bayern durch eine Rotation im Hinblick auf das Champions-League-Viertelfinale gegen Arsenal überraschend schwach aussahen, lässt Schmidt lächeln. Ein 3:2-Sieg, der durch einen Doppelpack von Tim Kleindienst ermöglicht wurde und Sportvorstand Max Eberl prompt zur Selbstkritik veranlasste: „Wir sollten uns alle ein Stück weit schämen.“
Auch die Auftritte in der Allianz Arena in der Vergangenheit geben Anlass zur Hoffnung. Das Pokal-Viertelfinale 2019, als Heidenheim als Zweitligist ein wildes 4:5 erlebte, und die beiden Liga-Begegnungen, in denen man immerhin 2:4 spielte, zeugen von der Fähigkeit, den Bayern Paroli zu bieten. „Wenn wir das ganz Verrückte schaffen wollen“, betont Schmidt, „dann sollten wir schon was mitnehmen.“
Schmidt und sein Team stützen sich auf historische Vorbilder, wie die „Heidenheimer Zeitung“ feststellte: Die frühzeitig abgeschriebenen FCH der Vorsaison, Julian Nagelsmanns Hoffenheim 2016, Augsburg 2013 und Frankfurt 1999 – alle schafften es, die Erwartungen zu übertreffen. Und der Trainer weiß, dass sein Team nun mehr denn je auf die Unterstützung der Fans zählt: „Mehr Außenseiter kann man nicht sein.“
Torjäger Budu Siwsiwadse verspricht einen Kampf bis zum Schluss: „Wir werden bis zum Schluss kämpfen.“ Niklas Dorsch unterstreicht den Mut des Trainers und die Entschlossenheit des Teams, sich nicht hinten reinzustellen. Und selbst wenn die Chancen gering sind – der Glaube an das Wunder lebt weiter. Denn, wie Schmidt so treffend sagt: Der FC Augsburg hat es auch geschafft.
Ein letzter Blick auf die Statistik: Die Rückkehr-Wahrscheinlichkeit von Heidenheim in die erste Liga liegt bei mindestens 1,78 Prozent. Eine Zahl, die zwar gering ist, aber dennoch Hoffnung macht – und zeigt, dass im Fußball alles möglich ist.
