Hcc schmiedet allianz für nl-rückkehr – 1996er mythos als turbo genommen
30 Jahre nach dem Jahrhundert-Aufstieg wirft der HC La Chaux-de-Fonds ein Retorten-Projekt aufs Eis, das höher hinauswill als jede Saison zuvor. ProMotion1996 heißt die Geheimwaffe, mit der Klub-Chef Jean-Marc Brunner die National League zurück in den Jura holen will – und zwar ohne in die alte Kleinstadt-Masche zu verfallen.
Brunner baut zwei säulen für den sprung
Die erste Säule trägt den Klangnamen Ambassadeurs1996. Dahinter versammeln sich ehemalige Spieler, Maskottchen und Seelen des Vereins, die mit Erinnerungen und Kontaktbüchern winken. Die zweite Säule heißt Entrepreneurs1996 – ein Katalog von Industriepartnern und Finanziers, der sich quer durch die Schweiz zieht. Statt Lokalpatriotismus setzt Brunner auf nationale Reichweite. Er will nicht sammeln, er will verheiraten: Emotion mit Kapital.
Die Initialzündung folgt einem einfachen Rechenexempel. Die Aufstiegssaison 1995/96 bescherte dem HCC nicht nur den Aufstieg, sondern eine Identitätskarte, die bis heute gültig ist. Brunner: „Die Energie von damals ist noch in den Banden. Wir pumpen sie nur durch neue Schlauchleitungen.“

Events statt stadionbier – hospitality als hebel
Statt Eintrittskarten zu verschenken, plant Klub-Eventchef Augusto Balerna exklusive Erlebnisformate ab September. Partner sollen hinter die Kulissen blicken, mit Legenden Taktikbretter bemalen und dabei Verträge unterschreiben, bevor das erste Bully fällt. Laurent Stehlin, früher Center, heute Netzwerker, schleust ehemalige Teammitglieder in die Salons. Kein Rundgang, kein Fototerminal – Einblick statt Ausblick.
Die Kasse soll mittelfristig so aufgepumpt werden, dass der HCC den Aufstieg in die NL nicht mehr vom Playoff-Zittern abhängig machen muss. Brunner nennt keinen Zeitplan, aber intern kursiert 2027 als erste Ernstprüfung. Dann wäre die Arena ausgebaut, die Infrastruktur digital und die Schulden nicht länger ein Bussgeld-Thema.

Die bewerbung startet stillschweigend
Wer mitmischen will, muss sich gedulden. Die genauen Teilnahmebedingungen für ProMotion1996 folgen „in Kürze“, also nach Boss-Logik: Sobald die ersten Großunterschriften trocken sind. Doch der Markt reagiert bereits. Drei Unternehmen aus dem Großraum Zürich sollen laut Insidern Parolen aufgesetzt haben – ein Novum für einen Klub, der sonst mit Jura-Währungen haushaltet.
Für die Fans ist das Projekt ein Doppelpass. Sie feiern den Mythos, aber sie begreifen: Die nächste Heldensaga wird nicht von Fassungsvermögen allein geschrieben. Die Tribüne wird zur Bank, das Spielplan-Excel zur Waffe.
Brunner bleibt realistisch: „Wenn wir scheitern, haben wir immer noch ein Fest gefeiert.“ Doch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es kein Fest wird, sondern eine Invasion. Die Schweizer Eishockey-Landschaft hat neue Spielregeln – und der HCC liefert sich gerade das nötige Kapital, um wieder mitzuspielen.
