Hc leipzig verpasst den k.o.-schlag – aufstieg plötzlich wieder offen

31 Sekunden lang jubelte der HC Leipzig. Dann zerbarst der Traum vom vorzeitigen Liga-Krönnchen mit einem Surren. Britta van der Baan jagt den Ball in der letzten Sekunde zum 31:31 – und die 2. Handball-Bundesliga der Frauen bekommt eine neue Meisterfrage.

Drei remis in folge – der favorit zittert sich selbst aus

Was für ein Bild: Leipzig dominiert 16 Siege lang, stellt einen Rekord auf, sieht sich als sichere Nummer eins – und jetzt das. Erst die erste Niederlage in Bremen, dann nur noch ein Erfolg gegen Waiblingen, dazwischen drei x Unentschieden. Der Sechs-Punkte-Polster ist auf ein minimales Polster von drei Zählern geschrumpft. Nürtingen, Rödertal, Füchse Berlin – alle haben den Geruch von Aufstieg in der Nase.

Trainer Erik Töpfer versucht, das 31:31 gegen Bayer Leverkusen als „gewonnenen Punkt“ zu verkaufen. Klingt wie Selbsttherapie. „Die Mädels sind grad nicht frei“, gesteht er, „sie spüren den Zug der Erwartung.“ Die Jung-Truppe spielte sich in der zweiten Hälfte von 24:30 auf 31:30 – nur um am Ende doch wieder mit dem Gefühl dazustehen, verschenkt zu haben.

Die psycho-falle lauert schon vor dem top-spiel

Die psycho-falle lauert schon vor dem top-spiel

Samstag, 18 Uhr, Halle 1 in der Sportgartenstraße: Gegner Regensburg, Tabellensiebter, eigentlich ein Pflichtsieg. Doch genau das ist das Problem. Leipzig muss gewinnen, darf nicht erneut zögern, sonst rutscht der Aufstieg in die Ferne – und die Köpfe in den Modus „Was-wäre-wenn“. Die Statistik spricht zwar für Leipzig (das Hinspiel gewonnen), die Psycho-Falle spricht gegen sie.

Alina Gaubatz traf acht Sekunden vor dem Ende – und bewies, dass die Mannschaft die nötige Mentalität hat. Doch ein Siegtreffer, der nichts wird, nagt an der Seele. Töpfer weiß: „Wir brauchen jetzt einen Erfolgserlebnis-Klick, sonst verläuft sich die Saison im Sand.“

Die Causa HC Leipzig ist damit zum Krimi geworden. 16 Siege in Serie waren die Visitenkarte, drei Remis hintereinander sind die Warnung. Die Meisterschaft ist wieder offen – und das nächste Spiel gegen Regensburg zur Zitterpartie geworden. Der Aufstieg liegt noch in eigener Hand, aber die Hand zittert.