Hansi müller warnt den vfb: frankfurt ist kein selbstläufer
Der Mann, der 1980 den Europapokal der Nationen holte, sitzt nicht gern still. Hansi Müller, 68, wird am Samstag auf dem Sofa zappeln. „Brandgefährlich“, sagt er über die Partie in Frankfurt. Keine Kampflosigkeit, keine Pokal-Feier vorzeitig. Der VfB darf den Gegner nicht unterschätzen, nur weil die Eintracht zuletzt wankte.
Müller sieht die falle
Die Schwaben haben Platz vier in der Hand, doch ein Punkt reicht nicht, wenn Hoffenheim gegen Wolfsburg gewinnt und Berlin patzt. „Die Jungs müssen sich jeden Zentimeter erarbeiten“, fordert Müller. Er kennt die Mentalität des Waldstadions: Wenn die Kurve rastet, wird aus Underdog ein Bissiger. Sebastian Hoeneß muss seine Offensive auf Trab halten, aber auch die Räume hinten dicht machen. Ein Konter des Gegners kann reichen, um die Saisonträume platzen zu lassen.
Der Europameister von einst lobt Deniz Undav und Chris Führich, doch sein Herz schlägt für Angelo Stiller. „Herz und Hirn der Mannschaft“, schwärmt Müller. Der Sechser habe „für jede verfahrene Situation eine Lösung parat, ohne Ballverlust“. Genau diese Ballsicherheit wird nötig sein, wenn Frankfurt mit aggressivem Pressing startet.

Pokal als trostpflaster? nein.
Am 23. Mai wartet Bayern im Finale. Müller schlägt sich selbst auf die Schulter: „Ich war schon letztes Jahr im Olympiastadion, jetzt wieder dabei.“ Trotzdem versetzt ihn die Liga-Premiere in höhere Schwingungen. „Champions League> Pokal“, sagt er klar. Die Einnahmen, die Strahlkraft, die internationale Bühne – all das hängt an 90 Minuten in Hessen. Gewinnt Stuttgart, ist die Saisonnote 1,5. Verliert es und rutscht auf Rang fünf, bleibt nur das trostlose „Was-wäre-wenn“.
Die Rechnung ist simple: Sieg = sicher Gruppenphase, Niederlage = Abhängen an fremden Tischen. Müller glaubt an seine Jungs, aber er warnt: „In einem einzigen Spiel kann alles passieren – auch das Schlechte.“ Wer am Samstag also meint, Frankfurt sei schon geschlagen, der versteht nichts vom Fußball. Und erst recht nichts vom VfB.
