Hannover 96 verliert braund: ipswich ruft, das herz folgt
Peter Braund ist weg – und mit ihm verschwindet wieder ein Stück Internetsucht aus der Scouting-Abteilung von Hannover 96. Der 60-jährige Brite, der erst im April 2024 zurückkehrte, verlässt die Niedersachsen, um beim aktuellen Championship-Überraschungsdritten Ipswich Town die Leitung des europäischen Spieler-Monitorings zu übernehmen. Für Klubgeschäftsführer Jörg Schmadtke ist der Abgang „bedauerlich, aber nachvollziehbar“ – ein Satz, der in der Branche meistens heißt: Wir konnten ihm nicht das bieten, was er wollte.

Heimweh statt bundesliga: warum braund ipswich vorzieht
Braund selbst ist nüchtern: „Ich komme aus der Region um Ipswich. Mit drei Jahren war ich das erste Mal im Stadion.“ Der Kontakt entstand bereits im Herbst 2024, die Entscheidung fiel „zügig“. Für Hannover 96 bedeutet das den zweiten Verlust eines erfahrenen Top-Scouts innerhalb weniger Monate – ein Umstand, der intern nicht gerade für Jubelstürme sorgt. Schmadtke betont jedoch, man sei „vernünftig aufgestellt“. Dahinter steckt die Erkenntnis: Geld für eine Gehaltsspritze war nicht da, also half nur Schweigen.
Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Braund war von 2007 bis 2010 bereits einmal Chefscout in Hannover, kehrte nach Abstechern zu Manchester United, Tottenham, Aarhus und den Grasshoppers im Frühjahr 2024 zurück. Nun geht er wieder, weil Ipswich drei Punkte hinter dem direkten Aufstiegsplatz lauert und weil Emotionen nun einmal keine Tabellen kennen. „Ipswich, ManUnited und 96 – das sind meine Klubs“, sagt er. Die Reihenfolge ist bezeichnend.
Intern wird das Scouting künftig durch externe Dienstleister gestützt. Ein Modell, das Effizienz verspricht, aber auch die Frage aufwirft, ob Hannover 96 künftig wieder mit dem Nachwuchs anderer Klubs spielt, statt ihn früh selbst zu entdecken. Schmadtke beschwichtigt: „Wir wünschen Pete alles Gute.“ Klingt nach einem Abschied, der nicht ganz freiwillig war – und nach einer Lücke, die größer ist als ein Pressestatement.
