Hannover 96: ein punkt, der weh tut – aufstiegsträume bröckeln?

Die Heinz von Heiden-Arena erstrahlte im Glanz des 130. Geburtstages, doch auf dem Rasen von Hannover 96 herrschte am Samstagabend ernüchternde Realität: Ein 1:1 gegen den SC Paderborn, das sich wie eine verpasste Chance anfühlt. Der Aufstiegskampf bleibt zwar lebendig, doch die Frage, ob die Niedersachsen am Ende die Kurve kriegen, wird lauter.

Die choreografie verblasste im vergleich zum spielgeschehen

Die choreografie verblasste im vergleich zum spielgeschehen

Die Fans von Hannover 96 hatten sich für das Spitzenspiel gegen Paderborn eine beeindruckende Choreografie ausgedacht, ein farbenprächtiges Spektakel, das das Stadion in einen Hexenkessel verwandelte. Doch die Leistung der Mannschaft entsprach bei Weitem nicht der festlichen Stimmung. Von Festtagsfußball war weit und breit nichts zu sehen. Die Partie verlief zäh, von wenig Kreativität und noch weniger Torchancen geprägt. Ein Remis, das die Hoffnungen auf einen direkten Aufstieg ins Wanken bringt.

Christian Titz, der Trainer der Gastgeber, sprach von einem „gerechten Remis“, doch die Worte klangen hohl. Seine Mannschaft dominierte zwar die erste Halbzeit, scheiterte aber an der kompakten Defensive der Gäste und an eigener Unvermögen vor dem Tor. Der überraschende Führungstreffer für Paderborn durch Felix Götze nach einer Standardsituation in der 40. Minute riss die Zuschauer aus dem Bann.

Die erlösende Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der 81. Minute stieg Benjamin Källmann nach sieben torlosen Spielen hoch und köpfte eine maßgenaue Flanke von Mustapha Bundu ins Netz. Ein Punkt, der zwar Hoffnung macht, doch auch die Erkenntnis mit sich bringt, dass mehr hätte herausspringen müssen. „Es fühlt sich an, als hätten wir zwei Punkte liegen lassen“, klagte Nahuel Noll, der Torwart von 96.

Die Tabelle lügt nicht. Der Abstand zum direkten Aufstiegsrang bleibt mit vier Punkten bestehen. Und während die Konkurrenz konstant punktet, patzt Hannover 96 immer wieder gegen vermeintlich schwächere Gegner. Die Rückrundentabelle mag ein schönes Bild zeichnen, doch am Ende zählen die Punkte. Die Chancen auf einen direkten Aufstieg schwinden zusehends, sodass wohl nur noch der Relegationsrang realistisch erscheint.

Enzo Leopold, der Kapitän, versuchte, die Situation zu relativieren: „Wir versuchen, eher das Positive zu sehen, gerade im Hinblick auf die nächsten Wochen.“ Doch auch er konnte nicht verhehlen, dass die verpassten Chancen gegen Teams aus dem Tabellenkeller die Aufgabe erschweren. Das Spiel gegen den Karlsruher SC am Samstag wird zeigen, ob Hannover 96 die Kurve noch kriegen kann oder ob die Träume vom Aufstieg endgültig zerplatzen.