Handball-wm 2027: deutschland spielt sich 18 tage lang in ekstase – schon jetzt klopfen 250 000 fans an
Köln – München – Hannover: Drei Städte, 30 Spiele, ein Ziel. Am 13. Januar 2027 pfeift Schiri Stark das erste Mal im SAP Garden, am 31. Januar fällt der letzte Treffer in der ausverkauften Lanxess-Arena. Dazwischen liegt ein Monat, der deutschen Handball wieder auf die Frontpage der Sportwelt katapultiert – und das, obwohl kein einziger Gegner feststeht.
Der plan steht, die namen folgen
Die Deutsche Mannschaft landet in Gruppe A, startet gegen den statistischen Underdog, den das Los ihr zuschiebt. Drei Tage später, am 15. Januar, folgt Spiel zwei, am 17. Januar die Vorrunden-Finalisierung. München wird zur Festung, 12 500 Fans pro Abend, kein Platz mehr frei, obwohl der Kartenvorverkauf vor genau einem Jahr startete und die meisten Käufer nicht einmal wissen, wen sie sehen. Die Devise: Erst die Party, dann die Personalie.
Die Logistik dahinter ist ein Drehbuch für sich. Vier Hallen, zwei Gruppen pro Standort, Wechselmodus im 24-Stunden-Takt. Stuttgart, Kiel, Magdeburg – jede Arena bekommt ihren eigenen Rhythmus, jede Stadt ihren eigenen Touristenansturm. In Kiel rechnet man mit 35 000 zusätzlichen Übernachtungen, in Magdeburg baut die Getec-Arena ein temporares Fan-Dorf auf dem Parkplatz. Die Hotels in Köln sind schon zu 80 % gebucht, obwohl das Viertelfinale erst am 26. Januar steigt. Die Zahlen sprechen eine einzige Sprache: Handball ist kein Nischensport mehr, er ist ein Wirtschaftszweig.

Köln wird zur schaltzentrale des weltturniers
Ab dem 20. Januar übernimmt die Domstadt die Regie. Lanxess-Arena, 19 500 Sitzplätze, jedes Ticket weg. Die Hauptrunde mit Deutschland, das Sechs-Tage-Festival mit zwei Partien pro Abend, dann das Viertelfinale, Halbfinale, Finale. Die Arena verwandelt sich in eine 48-Stunden-Schleife: Aufbau, Spiel, Abbau, Schlaf, wieder von vorn. Die Organisatoren buchen 450 Funk headsets für das Bodenpersonal, 120 Sicherheitskräfte pro Schicht, 2 000 Literglutenvrij-Bier pro Abend – schon bestellt.
Und warum die Plätze fünf bis acht überhaupt ausgespielt werden? Weil Olympia auf dem Spiel steht. Die Regel ist neu: Nur die besten sieben Teams Europas qualifizieren sich direkt für Los Angeles 2028. Wer im Viertelfinale verliert, bekommt eine zweite Chance. Das Turnier endet für niemanden vorzeitig, nur die Reise wird länger. Der President’s Cup in Magdeburg ist kein Trostspiel mehr, sondern ein Qualifikationskrimi.
Deutschland hat seit 2007 keine WM-Medaille mehr gewonnen. Das letzte Mal standen die Deutschen im Finale, war 2004 in Tunis. Die Generation Uwe Gensheimer ist längst Geschichte, die neue um Julian Köster und Rene Straube will Geschichte schreiben. Bundestrainer Alfreð Gíslason hat schon jetzt 45 Spiele im Kopf, 45 mögliche Aufstellungen, 45 Taktikbriefings. Er weiß: Das Turnier wird nicht von der Gruppenphase entschieden, sondern von der physischen Frische am 29. Januar, wenn das erste Halbfinale ansteht.
Die Fans jedenfalls haben bereits gewonnen. 250 000 Tickets weg, bevor der Gegner aus dem Lostopf rollt. Die Handball-Weltmeisterschaft 2027 ist längst mehr als ein Sportevent – sie ist ein Statement: Wir sind bereit, wieder ganz oben mitzuspielen. Und wenn am 31. Januar der Meister feststeht, wird ganz Deutschland eine Woche lang schwarz-rot-goldene Hände haben. Von Ekstase oder vom Klatschen – das entscheidet sich auf 40 mal 20 Metern. In Köln. Um 18.00 Uhr. Live. Ohne Netz und doppelten Boden.
