Handball-u20: titelhoffnungen in china – gegner aus der black box!
Ein furioser Start in die U19-Europameisterschaft 2025 legte den Grundstein: Das deutsche Handball-Nationalteam der U19 sicherte sich unter der Leitung von Bundestrainer Christopher Nordmeyer überraschend, aber verdient den Titel. Nun, ein Jahr später, blickt die frisch gebackene U20 auf die U20-Weltmeisterschaft in Jinzhong, China, und die Erwartungen sind hoch. Doch ein Schatten liegt auf der Vorbereitung: Ein Gegner ist gänzlich unbekannt.
Die kader-revolution: europameisterinnen im fokus
Zwölf der vierzehn Spielerinnen, die 2025 in Montenegro den EM-Titel feierten, gehören zum 16er-Kader für China. Diese Kontinuität verspricht Stabilität und Erfahrung, doch der Umstieg auf die U20-Ebene stellt eine neue Herausforderung dar. Die Weltmeisterschaft, die vom 24. Juni bis zum 5. Juli ausgetragen wird, ist der erste große Test für dieses Team.
Deutschland wurde in Gruppe C mit Rumänien, Kanada und einem Rätselraten konfrontiert: Brasilien. Und hier liegt das Problem. „Brasilien ist wie eine Black-Box“, gestand Nordmeyer, sichtlich frustriert. „Wir haben keine Videos, keine Informationen – absolut gar nichts.“ Die Vorbereitung auf den ersten Gegner ist damit erheblich erschwert, was die taktische Ausrichtung zusätzlich kompliziert.

Der zeitfaktor und die konkurrenz: ein schmaler weg zum halbfinale
Trotz des unerklärlichen Gegners gilt Deutschland als klarer Favorit in der Vorrundengruppe. Die zwei besten Teams qualifizieren sich für die Hauptrunde, wo dann vermeintlich stärkere Gegner warten. „Wenn wir mit maximaler Punktzahl in die Hauptrunde einziehen, wäre das ein enormer Vorteil“, so Nordmeyer. Die Hoffnung ruht darauf, Dänemark oder Frankreich, die als etablierte Handball-Nation gelten, so lange wie möglich aus dem Weg zu gehen, um die Chance auf den Halbfinaleinzug zu erhöhen.
Der enorme Zeitunterschied von sieben Stunden zu China stellt die Reiseplanung vor zusätzliche Herausforderungen. Eine vollständige Akklimatisierung wäre ideal, doch die logistischen Rahmenbedingungen sind eng. Nordmeyer erklärt: „Eine Faustregel besagt, man solle einen Tag pro Stunde Zeitunterschied vorher anreisen. Eine sieben Tage frühe Anreise wäre jedoch unrealistisch. Wir fliegen am 24. Juni nach Jinzhong.“
Die letzte Standortbestimmung vor dem Turnier findet kommende Woche im Vier-Nationen-Turnier in Hannover statt. Am 11. Juni trifft das DHB-Team auf Portugal, am 12. Juni auf Frankreich und am 13. Juni auf Spanien. Alle Spiele werden live auf dem Streaming-Dienst Dyn übertragen, sodass Fans die Vorbereitung hautnah miterleben können. Die Herausforderung Brasilien bleibt jedoch das größte Fragezeichen vor dem Start der Weltmeisterschaft.
