Handball-spektakel in flensburg: remis trotz torfestival!
Ein irres Hinspiel im Viertelfinale der EHF European League ließ die Fans in Flensburg gestern Abend kaum Luft holen: SG Flensburg-Handewitt und TSV Hannover-Burgdorf trennten sich mit einem umstrittenen 39:39 Unentschieden. Die Partie war geprägt von einem wahnsinnigen Offensivfeuerwerk, doch die Abwehrarbeit beider Teams ließ zu wünschen übrig.
Pajovics frustration über die defensive
Trainer Ales Pajovic zeigte sich sichtlich unzufrieden mit der gezeigten Leistung seiner Mannschaft. "Ich bin nicht glücklich mit dem Spiel. Wir hatten keine gute Defensive. Es war gewiss nicht der Plan, 39 Gegentore zu kassieren," äußerte er auf der vereinseigenen Homepage. Die hohe Toranzahl deutet auf eklatante Schwächen in der Abwehr hin, die nun vor dem Rückspiel in Hannover dringend geschlossen werden müssen.
Johannes Golla, Kapitän der Flensburger, stimmte Pajovics Einschätzung zu: "Die Leistung war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Hannover ist - anders als vor drei oder vier Wochen - das Tempo mitgegangen." Auch sein Innenblock-Kollege Blaz Blagotinsek bemängelte die fehlende Stabilität: "Hinten haben wir einfach zu viele Tore bekommen." Die Mannschaft habe zwar zunächst gut zusammengefunden, den Faden aber im Laufe des Spiels verloren.
Pedersen glänzt, Steinhauser zufrieden
Ein Lichtblick für Hannover war Marius Steinhauser, der gegen seinen Ex-Klub herausragend spielte. August Pedersen, ebenfalls ehemaliger Flensburger, brillierte an alter Wirkungsstätte mit elf Toren – und das bei einer hundertprozentigen Trefferquote. "Wir hatten sogar die Chance zu gewinnen, können aber zufrieden sein, wie wir gegengehalten haben. Wir haben gut über die Breite angegriffen," freute sich Hannover's Kapitän. Joel Birlehm steuerte 13 Paraden bei (25 Prozent Fangquote), während Kevin Möller für Flensburg elf Würfe abwehrte (26,19 Prozent) und Benjamin Buric zwei (20 Prozent).

Abwehrschlüssel zum final4?
Der Blick richtet sich nun auf das Rückspiel am Dienstag (5. Mai) in Hannover. Beide Trainer sehen in der Abwehr den Schlüssel zum Einzug ins Final4. "Ich hoffe, dass es meine Jungs verstehen, dass sie besser in der Abwehr spielen müssen, wenn sie das Final4 erreichen wollen," betonte Pajovic. Auch Juan Carlos Pastor, Trainer von Hannover, unterstrich die Bedeutung der Defensivarbeit: "Wir wollen unsere Abwehr verbessern, gerade mit Blick auf Dienstag. Das ist der Schlüssel für unser Spiel." Die Fans dürfen sich auf ein weiteres spannungsgeladenes Duell freuen, bei dem die Abwehrreihen der Teams alles geben müssen, um den Sieg zu erringen.
Die 78 Tore in einem einzigen Viertelfinal-Hinspiel sprechen eine deutliche Sprache: Es wird ein Kampf bis zum Schluss. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie die Teams ihre Abwehrprobleme in den Griff bekommen – denn wer hier defensiv versagt, hat kaum eine Chance auf den Einzug ins Finale.
