Handball-schock: titelträume zerplatzen nach dänemark-pleite

Köln – Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat sich in der Kölner Lanxess Arena einen herben Dämpfer eingefangen. Vor 19.750 Zuschauern unterlag das Team von Bundestrainer Alfred Gislason Dänemark mit 29:31 und wirft damit einen langen Schatten auf die anstehende Heim-WM.

Die ernüchterung nach dem vermeintlichen testspiel

Die ernüchterung nach dem vermeintlichen testspiel

Die Atmosphäre im Stadion war trotz der Niederlage ausgelassen, die Fans feierten ihre Mannschaft, auch als Juri Knorr und seine Kollegen ihnen neongelbe Bälle zuwarfen. Doch die sportliche Realität ließ sich nicht beschönigen: Gegen den amtierenden Welt- und Europameister wirkte das deutsche Team nicht annähernd bei Höchstform. Acht Monate vor dem Start der Heim-WM zeigt die Leistung eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

„Jetzt haben wir zweimal Silber gewonnen aus den letzten drei Turnieren“, kommentierte Juri Knorr die Situation. „Klar gehören wir zu den Medaillenkandidaten, aber es wäre vermessen, jetzt zu sagen, wir sind ein Titelkandidat, wenn wir gegen Dänemark – auch gegen die vermeintliche B-Elf – verlieren.“ Die Worte des Spielers treffen den Nerv der Stunde: Deutschland muss sich dringend steigern, wenn die Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM nicht im Sand verlaufen sollen.

Die Bilanz ist alarmierend: Deutschland verlor zum elften Mal in Serie gegen Dänemark und muss nun schon zehn Jahre auf einen Sieg warten – obwohl Topstars wie Mathias Gidsel und Magnus Saugstrup bei den Dänen fehlten. Das spricht Bände über die aktuelle Kräfteverhältnisse.

Kapitän Johannes Golla bemühte sich um eine positive Sichtweise: „Die Defensive war positiv“, sagte er. „Aber wir müssen auch anerkennen, dass wir nicht an unser Optimum gekommen sind und mit dieser Menge an Fehlern auch nicht konkurrenzfähig mit Dänemark sind.“ Deutschland befindet sich demnach „in der Verfolgergruppe mit Mannschaften wie Frankreich, wie Norwegen, wie Schweden, wie Island“ – ein Teufelskreis, aus dem man sich schwer befreien kann.

Bundestrainer Gislason zeigte sich enttäuscht. „Die Lücke auf die Dänen ist momentan nicht kleiner geworden“, erklärte er. Die Zeit für Verbesserungen ist knapp bemessen. Nach dem Saisonendspurt in den Klubs geht es für die Handballer in die Sommerpause. Die Auslosung der WM-Gruppen in München am 10. Juni wird weitere Anhaltspunkte liefern. Die nächsten Länderspiele stehen erst im Herbst an, am 5. November in der Berliner Uber Arena gegen Belgien und am darauffolgenden Wochenende in der Slowakei.

Die Handball-Fans müssen sich also gedulden und hoffen, dass die deutsche Mannschaft bis dahin die nötige Stabilität und Konstanz findet, um im internationalen Wettbewerb wieder eine größere Rolle zu spielen. Denn eines ist klar: So wie es derzeit aussieht, ist der Weg zum WM-Titel noch weit entfernt.