Handball-bundesliga: remis-welle erreicht rekordverdächtiges niveau!
Die Handball-Bundesliga erlebt eine Saison voller Überraschungen und, vor allem, Unentschieden. Während die Fans zwar Woche für Woche spannende Duelle erleben, deutet vieles darauf hin, dass wir Zeugen einer historischen Saison werden könnten – zumindest, was die Punkteteilungen angeht.
Tvb stuttgart und thw kiel im remis-fieber
Besonders der TVB Stuttgart scheint von dieser Entwicklung geprägt zu sein. Mit bereits acht Unentschieden in dieser Saison sind die Stuttgarter dicht dran an historischen Werten. Marco Wolf und sein Team haben in den letzten Spielen eine beeindruckende Serie hingelegt: vier Unentschieden in Folge! Auch der THW Kiel, traditionell eine Macht im deutschen Handball, musste sich in dieser Saison bereits achtmal mit einem Unentschieden zufriedengeben. Das zeigt, dass die Liga insgesamt ausgeglichener geworden ist und kein Team mehr uneinnehmbar scheint.

Ein blick in die handball-historie: die goldenen 90er
Doch wie sieht es historisch betrachtet aus? Die Saison 1993/94 stellt den aktuellen Rekord mit 47 Unentschieden. Ein Jahr zuvor, in der Saison 1992/93, endeten 41 Spiele mit einem Unentschieden. In der Saison 2020/21, ebenfalls mit 20 Mannschaften, waren es 39. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die aktuelle Saison mit 35 Unentschieden (Stand: 14. April 2026) ist bereits jetzt bemerkenswert, und es bleibt noch Luft nach oben.

Der thw kiel und der rekordmeistertitel
Interessant ist auch die Rolle des THW Kiel in dieser Statistik. Bereits in der Rekordsaison 1993/94, in der es 47 Unentschieden gab, schafften es die Norddeutschen, sich mit neun Unentschieden den Meistertitel zu sichern. Kein anderes Team vor oder nach ihnen hat es geschafft, als Meister so oft die Punkte zu teilen. Der VfL/BHW Hameln stellte 1994/95 mit elf Unentschieden sogar einen neuen Rekord auf, der bis heute Bestand hat.

Warum so viele unentschieden? die regeländerung
Warum häufen sich die Unentschieden gerade in den 90er Jahren? Die Antwort liegt in einer simplen Regeländerung. Vor 1995 durften Handballteams den Ball unbegrenzt in den eigenen Reihen zirkulieren lassen. Mannschaften mit knapper Führung nutzten diese Möglichkeit, um das Spieltempo zu verlangsamen und die Führung zu verteidigen. Die Einführung der Regel über das passive Spiel veränderte das Spielgeschehen grundlegend. Schiedsrichter können nun eingreifen und das Angriffsrecht an die gegnerische Mannschaft übergeben, was taktische Spielzüge wie das Zeitziehen erschwert.
Ob der TVB Stuttgart oder gar der THW Kiel den Rekord des VfL/BHW Hameln knacken können, bleibt abzuwarten. Mit sechs verbleibenden Spielen in dieser Saison haben die Stuttgarter die Chance, Geschichte zu schreiben. Doch eines ist klar: Die Handball-Bundesliga ist spannender denn je, und die Punkteteilungen sorgen für zusätzliche Dramatik.
