Handball: spieler endlich an entscheidungsprozessen beteiligt!

Die European Handball Federation (EHF) nimmt ein wichtiges Zeichen für mehr Transparenz und Mitbestimmung im europäischen Handball auf. Nach Beschlüssen im Januar wird das viel diskutierte European Handball Players’ Board nun Realität – ein Gremium, das die Stimmen der Spielerinnen und Spieler in die strategischen Entscheidungen des Verbandes einbringen soll.

Neues format, neue möglichkeiten

Neues format, neue möglichkeiten

Das Board, das voraussichtlich im Oktober 2026 seine erste Sitzung abhalten wird, setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen: zwei gewählte Damen und zwei gewählte Herren, sowie zwei vom Exekutivkomitee nominierte Vertreter. Die Wahl erfolgt über die Nationalverbände, wobei alle Spielerinnen und Spieler, die international aktiv sind oder waren – also auf EHF EURO-Ebene, in Qualifikationsrunden und Europapokalwettbewerben – mitwählen dürfen. Eine Bedingung: Teilnahme an der EHF EURO 2024 (Frauen) oder 2026 (Männer) sowie den Europapokal-Spielzeiten 2024/25 und 2025/26.

Doch was bedeutet das konkret? Ein Mitglied des Players’ Board wird in das Women’s Handball Board und ein weiteres in das Professional Handball Board entsandt. Zusätzlich erhält die European Handball Players Union einen weiteren Sitz. Der gewählte Vorsitzende des Boards wird im Exekutivkomitee der EHF die Interessen der Spielerinnen und Spieler vertreten – sobald ein entsprechender Antrag vom EHF-Kongress angenommen wurde.

Die EHF hat hier ein Modell geschaffen, das nicht nur Anregungen von den Spielern einholen will, sondern diese tatsächlich in Entscheidungsprozesse einbindet. Es bleibt abzuwarten, ob dieses neue Gremium in der Lage sein wird, nachhaltige Veränderungen im europäischen Handball zu bewirken und die Kluft zwischen Verband und Athleten zu überwinden. Die bisherigen Ankündigungen lassen jedoch auf eine ernsthafte Absicht schließen, die Strukturen zu modernisieren und die Akzeptanz der Entscheidungen zu erhöhen.

Die Ernennung von Schiedsrichterpersönlichkeiten in das neue Schiedsrichter-Komitee der EHF und die Festlegung von Kriterien für die Teilnahme an der Handball ChampionsLeague sind weitere Schritte, die darauf abzielen, die Professionalisierung und Qualität des europäischen Handballs weiter zu steigern. Die Spieler haben nun die Chance, aktiv an dieser Entwicklung mitzuwirken.