„Hand gottes“ vor 40 jahren: shilton verzieh maradona nie
Vor 40 Jahren schockierte Diego Maradona die Welt mit der berühmt-berüchtigten „Hand Gottes“. Peter Shilton, das Opfer dieses legendären Moments, trug die Ungerechtigkeit bis zu seinem Tod mit sich herum – und vergab Maradona nie. Eine Geschichte von Genialität, Täuschung und unversöhnlichem Stolz.
Ein moment, der die fußballgeschichte prägte
Es war der 22. Juni 1986, ein Datum, das für immer in die Annalen des Fußballs eingehen sollte. Im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt trafen England und Argentinien im Viertelfinale der Weltmeisterschaft aufeinander. In der 51. Minute kam es zu dem Szenario, das die Fußballwelt für immer verändern sollte: Maradona, nach einem Querschläger von Steve Hodge, lenkte den Ball mit der Hand ins englische Tor. Der tunesische Schiedsrichter Ali Bin Nasser ließ den Treffer gelten, obwohl die Proteste der englischen Spieler nicht ignoriert werden konnten. Ein umstrittener Moment, der bis heute für hitzige Diskussionen sorgt.
Vier Minuten später festigte Maradona seinen Platz in der Fußballgeschichte mit einem weiteren, unvergesslichen Moment – dem „Tor des Jahrhunderts“. Ein sensationelles Dribbling über das halbe Feld, an dem sich mehrere englische Verteidiger die Zähne ausbiss. Argentinien gewann das Spiel mit 2:1 und marschierte anschließend im Turnier vor. Maradona führte sein Team zum WM-Titel und wurde zum gefeierten Helden Argentiniens.

Shiltons ewiger groll
Während Maradona zum Fußballgott aufstieg, blieb Peter Shilton das Opfer des legendären Handspiels. Er konnte und wollte die Tat des argentinischen Stürmers nie verzeihen. „Es war ein Betrug, ein ungerechter Vorteil“, sagte Shilton in zahlreichen Interviews. Auch nach Maradonas Tod im Jahr 2020 blieb der ehemalige englische Nationaltorhüter unversöhnlich.
Maradona selbst prägte den Begriff „Hand Gottes“ und relativierte die Tat mit der Aussage: „Ein bisschen mit dem Kopf von Maradona und ein bisschen mit der Hand Gottes.“ Diese Aussage tat Shiltons Ärger noch mehr weh, da Maradona das Handspiel lange Zeit leugnete und keine Reue zeigte. Erst 29 Jahre später, im Jahr 2015, gab Maradona das Handspiel zu, doch es war für Shilton zu spät.
„Es war zu spät und zu wenig“, kommentierte Shilton später. „Er hat sich nie wirklich entschuldigt. Er hat immer versucht, es herunterzuspielen. Das hat mich zutiefst enttäuscht.“

Ein unversöhnlicher rivale bis zum schluss
Obwohl es im Laufe der Jahre einige Versuche gab, die beiden zu einem klärenden Gespräch zu bewegen, blieb Shilton seinem Standpunkt treu. „Ich hätte ihm gerne die Hand geschüttelt, wenn er sich entschuldigt hätte, aber ich hatte nie das Gefühl, dass das passieren würde“, erklärte er. Shiltons Haltung verdeutlicht die tiefe persönliche Wunde, die Maradona ihm durch seine unsportliche Tat zugefügt hatte. Die Rivalität zwischen den beiden Fußballlegenden blieb bis zum Tod Maradonas bestehen – ein Zeugnis für die unversöhnliche Natur des Sports und die bleibenden Auswirkungen eines einzigen, entscheidenden Moments.
Die „Hand Gottes“ bleibt ein Mahnmal für die Grauzonen des Sports, in denen Genialität und Täuschung, Ruhm und Verzweiflung eng miteinander verwoben sind. Und Peter Shilton, der Mann, der am falschen Ende dieser Geschichte stand, wird für immer als das Opfer dieser unvergesslichen und umstrittenen Szene in Erinnerung bleiben.
