Hamilton blickt zurück: 20 jahre ohne bremse
Lewis Hamilton hat genug vom Rückwärtsgang. Vor dem GP Australien postet der Ferrari-Pilot eine Bilanz, die keinen Zweifel duldet: 20 Saisonen, 7 Titel, 105 Siege – und er ist immer noch hungrig.
Die zahlen sprechen für sich
Instagram, 4. März, 12:15 Uhr. Hamilton lädt ein Foto hoch, das ihn als Zwölfjährigen im Kart zeigt. Dazu schreibt er: „Alles begann mit einem Traum, den manche lächerlich fanden.“ Die Kommentare explodieren innerhalb von Minuten. Kein Wunder: Der 39-Jährige hat gerade die Marke von 20 Formel-1-Saisons geknackt. Eine Zahl, die selbst Schumacher nie erreichte.
Die Statistik liest sich wie ein Lehrbuch der Dominanz: 104 Pole-Positions, durchschnittlich eine pro Saison. 195 Podestplätze, das entspricht fast jedem zweiten Rennen. Doch Hamilton betont nicht die Titel, sondern die Niederlagen. „Mehr Fehler, als ich zählen kann“, schreibt er. „Doch sie machten die Reise süßer.“
Dank an die zweifler
Besonders pikant: Er dankt ausdrücklich denen, „die an mir zweifelten“. Gemeint ist die britische Presse, die ihn nach dem McLaren-Aus 2012 abschrieb. Gemeint ist Niki Lauda, der ihm 2013 einen Mercedes-Vertrag ausgehandelte, obwohl die Teamchefs zögerten. Und gemeint ist Toto Wolff, der ihn 2021 mit dem berüchtigten „Rennleitung-Anruf“ in Abu Dhabi um den achten Titel brachte.
Die Ironie: Hamilton wechselt genau in dem Jahr zu Ferrari, als Mercedes wieder vorne mitfährt. Doch er sagt: „Ich bin noch immer hier. Ohne Bremse.“ Ein Seitenhieb an die jungen Wilden wie Oscar Piastri, die ihn bereits als „Veteran“ abstempeln.

Die stunde der wahrheit naht
Melbourne wird zur ersten Feuerprobe. Der neue SF-25 zeigte im Wintertest von Bahrain keine Überrenner-Form. Hamilton selbst fuhr nur 73 Runden, wegen eines Öllecks. Doch er betont: „Das Feuer ist dieselbe Flamme wie 2007.“ Damals, als Rookie, schlug er den damaligen Teamkollegen Fernando Alonso.
Teamchef Frédéric Vasseur schickt ihn bewusst als Leitwolf. Charles Leclerc muss sich anpassen, nicht umgekehrt. Intern heißt es: Wer in den ersten drei Rennen punktegleich mit Hamilton ist, darf sich Hoffnungen auf eine Zukunft bei Ferrari machen. Eine Zukunft, die Hamilton laut Vertrag bis 2025 gesichert hat. Danach? „Ich fahre, solange ich atme“, postet er.
Die Nachricht ist klar: Der Traum ist noch nicht zu Ende. Und die Gegner sollten sich warm anziehen. Denn wer 20 Jahre ohne Bremse fährt, kennt kein Tempolimit.
