Hamburger olympia-hoffnungen flackern auf: konkurrenzkrösus gibt anstoß
Hamburg atmet auf – zumindest vorläufig. Während die Zustimmung zu einer Bewerbung der Hansestadt für Olympische Spiele weiterhin auf der Kippe steht, scheinen die fulminanten Erfolge der Konkurrenz im Rhein-Ruhr-Gebiet neue Hoffnung zu wecken. Sport-Staatsrat Christoph Holstein sieht darin eine Chance, die Hamburger Ambitionen neu zu befeuern.

Die wende durch den nachbarschaftserfolg?
Die Stimmung in Hamburg war zuletzt alles andere als euphorisch. Eine aktuelle Umfrage des NDR hatte gerade erst gezeigt, dass die Mehrheit der Hamburger Bevölkerung skeptisch gegenüber einer Olympia-Bewerbung eingestellt ist. 50 Prozent bewerteten die Idee „eher schlecht“, während lediglich 41 Prozent eine „eher gute“ Entwicklung sahen. Im Vergleich dazu konnten Köln/Rhein-Ruhr und München in ihren Bürgerentscheiden deutlich höhere Zustimmungswerte verbuchen. Doch nun scheint sich das Blatt zu wenden.
„Wenn alle anderen Städte überzeugt sind, dass wir etwas von Olympischen Spielen haben, dann bin ich sicher, dass wir diesen Move hier auch noch reinkriegen“, erklärte Holstein am Rande der Auftaktpressekonferenz zum Turnier der Tennisprofis in Hamburg. Er betonte, dass es nun die Aufgabe sei, die Vorteile einer Olympia-Bewerbung für die Stadt herauszustellen: „Es geht nicht nur um ein faszinierendes Sportfest, sondern auch um langfristige positive Effekte.“
Holstein nutzte die Gelegenheit, um die Präsenz der Olympia-Kampagne bei Sportveranstaltungen zu verstärken. „Wir werden alle Sportveranstaltungen nutzen, um zu informieren, deswegen sind wir auch am Rothenbaum“, so der Staatsrat. Die Emotionalität, die an solchen Orten herrscht, könne genutzt werden, um die Bevölkerung von den Vorteilen der Spiele zu überzeugen.
Die Zeit drängt. Am 31. Mai steht das entscheidende Referendum in Hamburg an. Die Verantwortlichen wissen, dass ein gutes Ergebnis entscheidend ist, um selbstbewusst in das nationale Verfahren einzusteigen. Neben Hamburg, Köln/Rhein-Ruhr und München kandidiert auch Berlin im Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September in Baden-Baden entscheiden, mit wem er sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bewirbt.
Die Hamburger Wette ist riskant, aber Holstein scheint entschlossen, alles daran zu setzen, die Stimmung zu wenden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur ein knappes Mehr der Bevölkerung befürwortet derzeit eine Bewerbung. Doch die Erfolge der Konkurrenz könnten genau der Katalysator sein, den Hamburg jetzt benötigt, um den entscheidenden Schub zu bekommen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Hoffnung auf ein Hamburger Olympia-Fest berechtigt ist.
