Hamann zerlegt bayerns protest – „das ist peinlich für einen weltklub“

Der FC Bayern schreit nach Gerechtigkeit, Dietmar Hamann schreit zurück: „Hört auf zu heulen.“ Nach dem 1:1 in Leverkusen und der Gelb-Roten Karte gegen Luis Díaz legte der Rekordmeister beim DFB-Sportgericht Einspruch ein – ein Vorgang, der den ehemaligen Nationalspieler stutzig macht. „Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig“, wetterte er bei Sky90.

Der fall díaz: schwalbe oder legitimer fall?

84. Minute, Ausgleich in der Luft. Díaz hebt ab, streift Janis Blaswich, geht zu Boden – und sieht Rot. Schiedsrichter Christian Dingert entscheidet auf Schwalbe, gibt Gelb-Rot. Später räumt er einen Fehler ein, die Bayern legen Protest ein. Hamanns Fazit: „Ein Weltklub wehrt sich gegen eine Karte, die völlig korrekt war.“

Für den 52-Jährigen ist die Diskussion ein „Eigentor“. „Wenn sich der Schiedsrichter entschuldigt, warum greift der DFB dann nicht durch? Weil es der FC Bayern ist. Bei Bremen oder Köln würde kein Hahn danach krähen.“

Münchner doppelmoral?

Münchner doppelmoral?

Hamann zieht die Bilanz der letzten Wochen: „Gegen Gladbach und Hoffenheim wurden sie massiv bevorteilt – da war kein Wort des Protests.“ Die Bayern-Führung um Uli Hoeneß und Vincent Kompany empfinde nur dann Ungerechtigkeit, „wenn sie selbst betroffen sind“. Kapitän Joshua Kimmich schimpste nach Abpfiff: „Das ist im Leben keine Schwalbe.“ Hamann kontert: „Doch, das war sie. Und die einzig richtige Konsequenz.“

Die Sperre gegen Díaz bleibt vorerst bestehen. Der Einspruch wird voraussichtlich Mitte Woche verhandelt. Sollte der DFB nachgeben, wäre es „ein weiteres Zeichen, dass der große Name Einfluss nimmt“, so Hamann. „Aber vielleicht zeigt der Verband diesmal Rückgrat.“

Bayern wird am Samstag gegen Mainz antreten – ohne Díaz, aber mit dem Makel, sich selbst zum Opfer stilisiert zu haben. Hamanns letztes Wort: „Wenn du als Klub solche Debatten führst, verlierst du an Glaubwürdigkeit. Und das ist schlimmer als jede Sperre.“