Hakimi packt aus: "paris war hart – ich fühlte mich klein"
Paris schien für Achraf Hakimi nicht die erhoffte Bühne zu werden. Der marokkanische Nationalspieler klagt in einem Interview mit The Bridge über eine schwierige erste Saison beim Paris Saint-Germain und gesteht, sich dort klein gefühlt zu haben. Ein Geständnis, das im Nachhinein angesichts der starren Hierarchien in der französischen Hauptstadt nachvollziehbar ist.

Die schatten des star-ensembles
Hakimi wechselte 2021 von Inter Mailand nach Paris, wo er auf ein bereits etabliertes Superteam traf. Neymar und Mbappé waren die unangefochtenen Stars, und mit der späteren Verpflichtung von Lionel Messi änderte sich die Dynamik innerhalb des Teams dramatisch. "Ich kam von Inter und Borussia Dortmund, wo ich ein anderer Spieler war, ein Angreifer, ein Torjäger. Ich war wichtig für die Mannschaft," erinnert sich Hakimi.
Doch in Paris fühlte er sich anders. Er beschreibt, wie die Ankunft von Messi das Spielsystem des PSG komplett veränderte und ihn in eine Rolle zwang, die ihm fremd war. "Ich habe mich nicht amüsiert, ich habe nicht das gemacht, was ich mag. Ich habe mich wie ein kleiner Spieler gefühlt." Die Erwartungen der Fans und Medien trugen zusätzlich zur Belastung bei. Häufige Vergleiche mit seinen Leistungen im Nationalteam, wo er eine deutlich freiere Rolle spielen konnte, verstärkten das Gefühl der Unzufriedenheit.
Die Kritik, die er in Paris erhielt, war heftig. "Sie sagten: 'Warum spielst du mit Marokko so, und nicht mit PSG?'", so Hakimi. Er bemüht sich, die unterschiedlichen Anforderungen zu erklären: "Die Leute verstehen nicht den Unterschied."
Die mentale Belastung durch die Kritik und die veränderte Rolle wirkten sich offenbar auch auf seine Leistungen in der Nationalmannschaft aus. Hakimi betonte, dass es für ihn psychisch schwierig war, in Paris die gleiche Leistung abzurufen, die er für Marokko zeigte. Die Verpflichtung von Messi, die zunächst als Verstärkung gefeiert wurde, stellte für ihn eine unerwartete Zäsur dar, die sein Selbstverständnis als wichtiger Spieler in Frage stellte.
Hakimis offenes Eingeständnis wirft ein Schlaglicht auf die oft wenig glamouröse Realität hinter den Kulissen von Top-Klubs, in denen der individuelle Spielstil und die persönliche Entfaltung manchmal unter dem Druck der Erwartungen und der starren Teamstrukturen leiden können.
