Haaland deutete es an – und niemand sah es kommen: frankreichs sieg hat einen haken!

Borussia Dortmunds Stürmer-Star Erling Haaland wusste es bereits, sprach es aber kaum an: Frankreich ließ gegen Norwegen ein taktisches Rätsel offen, das nun die WM-Zukunft beeinflussen könnte. Statt eines erwarteten Feuerwerks gegen die Norweger zeigte Deschamps' Elf eine Partie, die mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert – und das trotz des klaren 3:1-Sieges.

Die überraschenden wechsel und ihre folgen

Der norwegische Trainer Stale Solbakken ließ früh erkennen, dass er das Spiel nicht um jeden Preis gewinnen musste. Zehn Wechsel in der Startelf waren ein klares Signal: Die Generalprobe für die WM war ihm zweitrangig. Doch was folgte, war ein Norwegen, das Frankreich an die Wand spielte – zumindest in der ersten Hälfte. Ein vergebener Elfmeter von Larsen und zahlreiche weitere hochkarätige Chancen deuteten an, was hätte sein können, wenn Haaland von Beginn an mitgewirkt hätte.

Die norwegische Offensive hätte Druck gemacht, das war offensichtlich. Doch Frankreich präsentierte sich keineswegs unbesiegbar. Die Abwehr um Upamecano wirkte anfällig, und die fehlende Konstanz im Mittelfeld ließ die Defensive oft alt aussehen. Ein Gegentreffer wäre keineswegs eine Überraschung gewesen, hätte Norwegen seine Chancen konsequent genutzt.

Die Entscheidung, bereits in der Gruppenphase auf die Viertelfinalpaarungen zu achten und einen vermeintlich sichereren zweiten Platz anzustreben, könnte sich als Fehler herausstellen. 6.000 Kilometer Reiseunterschied zwischen Platz eins und zwei – ein Detail, das Deschamps offenbar wichtiger erschien als der direkte Vergleich mit stärkeren Gegnern.

Dembélés aufstieg und mbappés rolle

Dembélés aufstieg und mbappés rolle

Während Mbappé zunächst eher im Hintergrund agierte, stach Ousmane Dembélé hervor. Der ehemalige Barça-Star zeigte eine beeindruckende Leistung und traf gleich doppelt. Seine Dribblings und sein Torinstinkt waren entscheidend für den französischen Sieg. Dembélé scheint sich unter Deschamps neu erfunden zu haben und ist nun eine feste Größe in der französischen Offensive.

Mbappé selbst blieb zwar torlos, war aber weiterhin an vielen Aktionen beteiligt. Seine Vorlagen für Dembélé zeigten seine Klasse und sein Engagement für das Team. Dass er nicht selbst traf, schmälert nicht seine Bedeutung für das französische Nationalteam.

Defensive schwächen und mögliche stolpersteine

Defensive schwächen und mögliche stolpersteine

Trotz des Sieges offenbart Frankreich weiterhin Schwächen in der Defensive. Die fehlende Abstimmung und die fehlende Präsenz von Saliba waren deutlich erkennbar. Deschamps muss an der Abwehr arbeiten, wenn er mit Frankreich bei der WM erfolgreich sein will. Vor allem die Gegentore, die durch individuelle Fehler entstanden, müssen vermieden werden.

Maignans Parade gegen Larsen war ein Glücksfall, der Norwegen nicht in Führung brachte. Doch auch in der zweiten Halbzeit entstand durch einen Ballverlust eine sehr gefährliche Situation. Es ist ein Warnsignal für die anstehenden Aufgaben. Frankreich ist zwar offensiv stark, defensiv aber noch nicht ausgereift.

Die kommenden Spiele gegen Costa Rica und Dänemark werden zeigen, ob Frankreich seine Schwächen in den Griff bekommt. Ein Duell mit Deutschland im Achtelfinale wäre eine echte Herausforderung. Doch Frankreich hat das Potenzial, auch diesen Test zu bestehen – vorausgesetzt, die Defensive stabilisiert sich rechtzeitig. Der Sieg gegen Norwegen war zwar wichtig, aber er hat auch gezeigt, dass Frankreich noch Luft nach oben hat. Die Weltmeisterschaft wird ein spannender Test für die Equipe Tricolore.