Gündogan: spielintelligenz statt muskelkraft gegen paraguay!

Foxborough – Die deutsche Nationalmannschaft steht vor einer echten Herausforderung: Das K.o.-Runden-Duell gegen Paraguay bei der WM. Während die körperliche Überlegenheit der deutschen Elf gegen andere Gegner oft ausreichte, wird sie gegen die Südamerikaner vermutlich fehlen. Doch Ex-Kapitän Ilkay Gündogan hat eine klare Strategie, wie man diesen Nachteil ausgleichen kann – und die beinhaltet mehr als nur taktische Anpassungen.

Der schlüssel liegt in der disziplin

Der schlüssel liegt in der disziplin

„Der Schlüssel gegen körperlich überlegene Gegner sind spielerische Lösungen“, schreibt Gündogan in seiner Kolumne für den Spiegel. Es geht darum, den Gegner gar nicht erst in Positionen zu bringen, in denen er seine Physis ausspielen kann. Das bedeutet: Keine unnötigen Zweikämpfe, keine Duelle, die man nur mit roher Kraft gewinnen könnte. Stattdessen fordert der frühere DFB-Kapitän eine klare Struktur auf dem Rasen und absolute Disziplin von den Spielern.

Besonders wichtig wird es am Montag (22.30 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Foxborough sein, die Spielerpositionen optimal zu gestalten und die Abstände untereinander zu verbessern. Anders als im letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador (1:2), bei dem den Spielern viel zu viel Freiheit zur Verfügung gestellt wurde, müssen sie sich an klare Absprachen halten. „Sonst entstehen Ballverluste, Abstimmungsfehler – und damit alles, was das deutsche Team massiv geschwächt hat. Es entsteht Chaos.“

Jeder muss seine Aufgabe perfekt ausführen, betont Gündogan. Die Passwinkel müssen durch Stellungsspiel erzeugt und die Passschärfe maximiert werden. Nur so lässt sich der Gegner mit spielerischen Mitteln bezwingen. Ein besonderer Fokus sollte zudem auf dem Angriff liegen, wo das große Potenzial von Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz besser ausgeschöpft werden muss. „Alle drei werden noch viel zu wenig dort angespielt, wo sie wirklich den Unterschied machen können: vor dem Tor“, kritisiert Gündogan. „Andauernd holen sich einer von ihnen den Ball hinten oder steht mit dem Rücken an der Seitenauslinie und muss losdribbeln.“

Die Niederlage gegen Ecuador mag zwar keine direkten Folgen für das Weiterkommen gehabt haben, doch sie hat die Leichtigkeit aus der Mannschaft getrieben. „Dieses deutsche Team hat viele intelligente, sensible Spieler. Die machen sich alle ihre Gedanken“, so Gündogan. Es gilt nun, ehrlich zu sich selbst zu sein und wirklich bereit zu sein, füreinander zu kämpfen. Die kommenden 90 Minuten werden zeigen, ob die Strategie aufgeht und ob die deutsche Elf ihre spielerische Klasse gegen physische Härte durchsetzen kann.