Gummersbach rettet remis: dramatischer endspurt gegen göppingen!

Ein Handballspiel der Nerven: Der VfL Gummersbach erkämpfte sich am Sonntag einen hart erkämpften 29:29-Ausgleich gegen die Frisch Auf! Göppingen. Nach einem desastrosen ersten Durchgang und einem Rückstand von sieben Toren schien die Partie bereits verloren, doch die Mannschaft um Miro Schluroff zeigte eine beeindruckende kämpferische Wende.

Defensive desaströs, angriff findet spät form

Defensive desaströs, angriff findet spät form

Die erste Halbzeit war ein Albtraum für die Gummersbacher Anhänger. Defensiv wirkten die Hausherren wie gelähmt, ließ die Göppinger Spieler reihenweise zum Torerfolg laufen. „Wir waren überhaupt nicht da in der Abwehr, sind reihenweise an den Bällen vorbeigelaufen“, analysierte Schluroff nach dem Spiel. Der Rückstand von 12:19 zur Pause hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn Göppingens Angreifer nicht selbst einige Chancen ungenutzt ließen. Doch nach der Pause kehrte plötzlich eine neue Energie in das Spiel der Gummersbacher ein. Die Defensive stabilisierte sich, und der Angriff fand langsam zu seinem Spiel.

Miro Schluroff: Der Matchwinner mit einem Augenzwinkern

Der entscheidende Punkt fiel fünf Sekunden vor dem Abpfiff, als Miro Schluroff einen Spin-Move ausführte und den Ausgleichstreffer erzielte. Dabei verriet der Nationalspieler, dass er sich die Täuschung von einem seiner Mitspieler abgeschaut hatte: „Den habe ich selber auch noch nicht so oft gemacht. Ich habe Kenny (Kentin Mahé, Anm. d. Red.) mal im Training gefragt, weil der das immer ganz gut macht, ob er mir das mal zeigen kann. Da dachte ich, jetzt ist der Moment gekommen.“ Ein genialer Schachzug, der dem VfL den Punkt sicherte, und das obwohl Schluroff zu Beginn des Spiels kurz das Feld wegen einer Handverletzung verlassen musste. „Mein Finger sah nicht so gut aus“, so der Rückraumlinke, „war ausgekugelt, sah ein bisschen komisch zerdrückt aus, aber ging dann doch.“

Die Leistung der Göppinger wurde von Schluroff gewürdigt, aber er betonte auch, dass Gummersbach „viel zu viele Fehler“ gemacht habe, um den Sieg zu holen. „Ein Punkt der Moral“, nannte er das Ergebnis. „Wir kämpfen am Ende noch wie die Schweine, fangen glücklicherweise noch zwei Bälle ab, bekommen zweimal den Ball und verwandeln beide Angriffe. Deshalb ist es für uns am Ende ein gewonnener Punkt.“

Das Spiel war zwar kein handballerisches Highlight, wie Schluroff humorvoll anmerkte: „Jeder, der ein bisschen Handballverstand hat, weiß, dass das heute schon harte Kost war.“ Doch der erkämpfte Punkt gibt den Gummersbachern neuen Auftrieb für die kommenden Herausforderungen.

Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch in schwierigen Situationen zusammenhalten und kämpfen kann. Und das ist letztendlich wichtiger als jedes Ergebnis.