Gummersbach fegt melsungen weg, kiel erdrosselt flensburg im nordderby
Der 25. Spieltag der HBL liefert die alte Wahrheit in neuer Schärfe: Wer nicht trifft, fliegt. Gummersbach schraubt die Siegesserie auf sieben, Eisenach bremst die Löwen mit reiner Willenskraft aus, und Kiel dreht Flensburg mit einer 11-Tore-Galoppade den Saft ab.
Gummersbach lässt melsungen alt aussehen
Die MT wollte die Europacup-Blamage gegen Skopje vergessen machen, doch der VfL erlaubte kein Vergessen. Kuzmanovic hält im Kasten, was sonst nur die Statistik fängt – elf Paraden, ein Debütant mit Handschlagqualität. Davor zieht Schluroff seine sieben Tore wie aus einem Trickfilm, und Häseler erfindet in dieser Phase einen neuen Begriff für Tempogegenstoß: Er nennt es „Viertelstunde 20–26“. 24:31 lautet die Botschaft: Gummersbach spielt sich in die Königsklasse der Form, während Melsungen wieder nur Fragen offen lässt.

Eisenach zerreißt das löwen-tableau
David Móré trifft sieben Mal, aber die Löwen rennen gegen eine Mauer aus 2.850 Zuschauern und zwei aufgekratzten Schlussleuten. 29:29 – ein Remis, das sich für die Rhein-Neckar-Truppe wie Niederlage anfühlt. Die Werner-Aßmann-Halle bebt, weil Seitz und Aellen jeden Ball als letztes Hemd verteidigen. Die Löwen verpassen die Chance, Platz zwei zu festigen, Eisenach kratzt am rettenden Ufer.

Hamburg siegt im krimi, jörgensen wird zum schlittschuh
10.500 in der ZAG Arena sehen 72 Tore, 14 davon hängen an Nicolaj Jörgensen. Der Däne schlittert durch die Abwehr der Hannoveraner wie auf Eis. 35:37 – die letzten 60 Sekunden ein Dauergriff an die Kehle. Hamburg bleibt im Rennen um die Europa-League-Plätze, Hannover muss wieder von vorne anfangen.

Wetzlar dreht die mindener glaubenssache
Noch vor der Pause 10:15 – für die HSG sieht es nach dem sicheren Abstieg aus. Dann wird Mappes zur Kanone, Nafea trifft sieben Mal, und plötzlich steht Minden auf verlorenem Posten. 33:31 – Wetzlar schafft das, was Trainer Günter Schneider „Saison-Endspiel“ nennt. Minden rutscht auf zwei Punkte ans rettende Ufer heran, der Druck wächst.

Kiel verpasst flensburg die elf-tore-krone
23:17 zur Pause, 37:33 am Ende – das 116. Nordderby wird zur Demonstration der Macht. Andreas Wolff pariert, was nicht festgenagelt ist, Laube und Zerbe laufen Flensburg in Grund und Boden. Die SG findet nur Lasse Möller als Gegenfeuer, aber ein Möller allein macht noch keinen Sommer. Kiel jubelt zum dritten Mal innerhalb von 25 Tagen über die Nachbarn – und schickt eine Warnung Richtung Meisterschaft.
Der Spieltag liefert keine Überraschungen, sondern Bestätigungen: Gummersbach ist heiß, Kiel ist eiskalt, und wer unten aufschlägt, braucht mehr als guten Willen – er braucht einen Plan B. Die Liga engt sich zusammen, die Luft wird dünner. Der Kampf um Klassenerhalt und Meisterschaft beginnt neu – mit jedem Pfiff lauter.
