Gudmundsson rettet florenz: last-minute-siegtreffer schickt viola mit 2:1-polacken-vorsprung ins rückspiel

Ein Elfmeter in der Nachspielzeit, ein isländischer Flügelstürmer und ein Stadion, das kurz vor dem Kollaps schien: Albert Gudmundsson erlöste die ACF Fiorentina mit dem 2:1 gegen Rakow Czestochowa und schob die Viola einen Schritt vor das Viertelfinale der Conference League.

Warum das 2:1 im franchi mehr ist als nur ein ergebnis

Der Treffer bedeutet nicht nur die halbe Karte fürs Viertelfinale, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die Seuchen-Saison der Toskaner. Nach dem Desaster in der Liga gegen Cremonese war die Stimmung vergiftet, die Europa-League-Träume längst auf Sparflamme. Dann kam der Montag, dann kam Cremonese, dann kam der 4:1-Kantersieg. Und plötzlich hat Trainer Raffaele Vanoli vier Punkte Vorsprung auf das rettende Ufer – so viel wie nie zuvor.

Jetzt droht das Dilemma: Donnerstag (18.45 Uhr, Czestochowa) steht das Rückspiel an, nur 72 Stunden später gastiert Inter an der Arno. Vanoli wird rotieren müssen, doch wer soll Gudmundspsons Genauigkeit ersetzen? Der Isländer traf in acht der letzten zehn Europapokal-Spiele – eine Quote, die selbst Dusan Vlahovic zur besten Zeit nicht erreichte.

Rakow indes taumelt. Die 1:3-Pleite gegen Gornik Zabrze katapultierte die Polen auf Platz fünf – damit raus aus der Europa-Ticket-Zone. Trainer Dawid Tomczyk redete von „einer Phase, in der wir die Zweikämpfe verloren haben“. Was er nicht sagte: Seine Abwehr kassierte in den letzten drei Partien sieben Gegentore, doppelt so viele wie in den sieben Spielen davor.

Die wette der buchmacher und das x am horizont

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Die Quote auf ein torreiches Spiel (beide treffen) fällt bei Vincitu undEurobet bei 1,67, bei Starcasinò und Netwin bei 1,65 – ein klares Indiz dafür, dass die Anbieter Rakows Offensive noch immer für lebensfähig halten. Wer auf ein torloses erstes Halbzeit-Remis setzt, kassiert bis zu 2,16 bei Netbet. Die Zahlen wirken wie ein Spiegelbild der Gefühlslage: Fiorentina hat den Vorteil, aber die Angst reist mit.

Im polnischen Lager fehlt noch die Entscheidung über Moise Kean. Der Italiener laboriert an einer Oberschenkelblessur, könnte aber gerade noch rechtzeitig zum Feuerteufel werden. Seine letzten 30 Minuten im Franchi waren ein einziges Geduldsspiel: Läufe ohne Ball, Blicke zum Himmel, kein Torschuss. Dennoch: Seine blose Präsenz zieht die Aufmerksamkeit zweier Verteidiger, öffnet Räume für Gudmundsson.

Vanoli wird sich erinnern: Vor zwei Jahren gewann Florenz in den Play-offs gegen Jagiellonia Bialystok, damals mit drei Toren nach der Pause. Die Taktik? Frühes Pressing, dann Umstellung auf 3-5-2, um die Flügel zu schließen. Genau diese Formation trainierte die Mannschaft am Dienstag auf dem Viola Park – ein Hinweis, kein Zufall.

Die Bilanz gegen polnische Klubs spricht für die Italiener: fünf Siege, zwei Remis, nur eine Niederlage. Doch Statistiken kümmern sich wenig um March-Müdigkeit, kurze Befreiungsschläge und die Frage, ob ein 25-Jähriger aus Reykjavik auch in Czestochowa den kalten Kopf bewahrt. Wenn Gudmundsson trifft, hat Florenz das Viertelfinale so gut wie gebucht. Wenn nicht, droht das kleine polnische Wunder – und Vanoli muss erklären, warum er im Stadio Franchi jubelte, aber in Polen zitterte.