Guardiola tanzt, arsenal zittert: citys cupschock wirft fragen auf
Pep Guardiola rannte, hopste, schrie – und kassierte Gelb Nummer sieben. Manchester City schlug Arsenal im League-Cup-Finale mit 2:0, doch die eigentliche Story spielte sich danach ab: Wie viel Selbstvertrauen kann Mikel Artetas Jungtruppe noch tanken, wenn City auch aus der Krise noch ein Finale dreht?
Der 21-jährige außenseiter, der alles versiegelte
Nico O'Reilly, vor zwei Jahren noch ein Zettel im U21-Block, wurde über Nacht zum Linksverteidiger umgeschult und köpfte binnen vier Minuten doppelt. Guardiola: „Unsere beste Neuanschaffung, kostenlos.“ Der Vertrag des Dublers läuft bis 2028 – ein Statement, das Citys Scoutingschef erst im Sommer unterschrieben hätte, wäre da nicht diese eine Nachmittag in Wembley gewesen.
Arsenal dagegen baute auf Kepa Arrizabalaga, den teuersten Ersatzmann der Welt. Vor dem 0:1 ließ er eine Flanke durch die Hand rutschen, beim 0:2 stand er zu weit vor dem Strafraum. Arteta verteidigte die Personalie: „Er hat uns ins Finale getragen.“ Die Statistik spricht eine andere Sprache: Drei Patzer in vier Pflichtspielen, kein Clean Sheet seit Januar.

Die psycho-phase beginnt
City liegt in der Premier League neun Punkte hinter den Gunners, hat aber ein Spiel weniger. Die Rückrunde wird zur Geduldsprobe: Arsenal muss beweisen, dass der Cupschock kein Déjà-vu ist – sie verloren bereits 2023 das Stadtderby im FA-Cup und kollabierten danach in der Liga. Guardiola wischt die Titelfrage vom Tisch: „Wir jagen keine Tabelle, wir jagen Perfektion.“
Doch die Bilder vom Sonntag sind ein Stimmungsbarometer. Guardiola tanzte wie 2019, als City die Meisterschaft in Brighton perfekt machte. Arsenal dagegen wirkt, als hätte jemand den Stecker gezogen: 32 Minuten ohne Torschuss, 62 Prozent Ballbesitz ohne Durchschlagskraft. Die nächsten Wochen treffen auf Artetas Kader wie ein Schnellkochtopf: Bayern in der Champions League, dann Tottenham, dann City – erneut.
Die Causa Kepa wird nachsitzen. Intern wollen einige Bosse lieber Ramsdale, der beim 0:5 in Newcastle noch auf der Bank saß. Arteta aber pokert: „Wir haben zwei Keeper auf Champions-League-Niveau.“ Die Frage ist nur: Auf welchem Niveau steht die Mannschaft, wenn der Cupsieg des Gegners schon wie ein Vorbote wirkt?
Guardiola jedenfalls flog mit Gelb Nummer sieben nach Hause – und lachte sich wahrscheinlich noch im Bus darüber. City hat wieder den Geruch von Silber, Arsenal den von Zweifel. In zwei Monaten wissen wir, wer richtig gerochen hat.
