Guardiola entlarvt den transfer-hack: pepijn lijnders zieht city auf ein neues level

Es war kein Donnarumma-Spektakel, kein Cherki-Blitzlichtgewitter – nur ein kurzer Satz Guardiolas nach dem 2:1 gegen Southampton. „Vielleicht bin ich diesmal der Assistent.“ Mit dem Satz verleiht der City-Coach Pepijn Lijnders das Prädikat, das in der Premier League sonst nur Spieler mit zweistelligen Millionen-Summen erhalten: Spielveränderer.

Ein niederländer rückt nach, und niemand sah ihn kommen

Der 41-jährige aus Broekhuizen war nach Salzburg-Crash ohne Job. Citys alte Beraterclique – Planchart, Vicens, Domínguez, Lillo – hatte den Klub verlassen. Guardiola suchte keinen neuen Superstar, sondern einen neuen Kopf, der die Trainingswelt neu sortiert. „Ich kannte ihn von Klopps Staff, dachte: Wer zehn Jahre neben Jürgen steht, kann was“, sagt Pep. Lijnders kam, sah – und der Rekordmeister läuft seitdem wie geschmiert.

Die Zahlen sind lautlos, aber laut: 20 Pflichtspiele, nur eine Niederlage, 55 Tore. Dahinter steckt der Niederländer, der die Videoanalyse verfeinert und die Gegenpresse enger geschnürt hat. Gegen Southampton schaltete City nach dem 0:1 innerhalb von acht Minuten um, spielte 23 Pässe in Folge, bevor Alvarez traf. Guardiola: „Das ist Pepijns Handschrift. Er sagte mir: Lass den Ball laufen, sie laufen sich tot. Er hatte recht.“

Lijnders selbst bleibt im Hintergrund. Kein Instagram-Post, keine Pressekonferenz. Stattdessen sitzt er nachts bis zwei Uhr im Performance Center, schneidet Szenen, bastelt an neuen Automatismen. Die Spieler nennen ihn „Mr. Zoom“, weil er mit Laserpointer und Tablet jeden Quadratmeter des Rasens erklärt. Rodri schwärmt: „Er bringt uns bei, dass der zweite Ball nicht Glück ist, sondern Geometrie.“

Gehirnschlag oder geniestreich – der countdown läuft

Gehirnschlag oder geniestreich – der countdown läuft

Die englischen Medien diskutieren derzeit, ob City mit Lijnders den nächsten Schritt geht oder ob das System Guardiola irgendwann kollabiert, weil zu viele Köche das Spielmenu verändern. Die Antwort lieferte bereits der Spanier: „Ich bin besser geworden, seit er da ist. Und ich dachte, ich kann nicht mehr lernen.“

Am Sonntag wartet im Ligapokal Chelsea. Es wäre Lijnders’ siebter Titel in elf Monaten – persönlich. Ohne Vertrag bis 2026, aber mit der Macht, täglich die DNA des erfolgreichsten Teams Europas umzukodieren. Guardiola schmunzelt: „Wenn er weggeht, reise ich mit.“

Transfer-Hype? Fehlanzeige. Impact? Monumental. Der Niederländer, den keiner bemerkte, ist längst der Mann, der das Taktikherz von Manchester zum Rasen schickt – jeden Tag aufs Neue.