Grob rast in saalbach zur europacup-krone – schweizer ski-damen feiern den nächsten dreifach-triumph
1:12,39 Minuten – eine Zahl, die Stefanie Grob über Nacht vom Geheimtipp zur Königin der Abfahrt machte. Beim Europacup-Finale in Saalbach stoppte die Uhr genau dort, wo andere noch in der Kurve kleben. Mit diesem Sekundenbruchteil holt die 22-Jährige nicht nur den Tagessieg, sondern auch die Kristallkugel für die Gesamtwertung – und damit ein fixes Ticket für den Weltcup-Winter.
Die Szeneri war schon am Vormittag elektrisiert: Die Schweizer Männer hatten das Podest komplett unter sich aufgeteilt. Kaum hatte die Fahne unten geflattert, donnerte Grob nach – und setzte nach. „Ich wollte einfach nur Gas geben, bevor mein Gehirn anfängt zu rechnen“, sagte sie später mit schweizerischer Gelassenheit. Das Resultat: Silber für Lisa Grill, Bronze für US-Amerikanerin Haley Cutler, beide mehr als eine Sekunde hinter Grob.

Mathis und stucki schreiben mit
Doch der Tag hatte noch mehr Gelb zu bieten. Jasmin Mathis, frisch von ihrem Weltcup-Debüt, fuhr auf Rang sieben – ein Ausrufezeichen nach einer Saison voller Knieprobleme. Elena Sanna Stucki schob sich als Neunte ebenfalls in die Top-Ten-Zone. „Wir haben uns gegenseitig weggepustet“, lachte Mathis. „Platz sieben fühlt sich an wie Sieg, wenn man weiß, was hinter einem liegt.“
Für Grob sind die 100 Gesamtwertungspunkte nicht nur ein Zahlenspiel. Sie sichern ihr Startrecht in allen Speedrennen der kommenden Weltcup-Saison, ein Sprung von 1.500 auf mindestens 15.000 Euro Preisgeld pro Rennen und, kaum weniger wichtig, ein eigenes Zimmer statt Sammelunterkunft. „Das Leben ändert sich mit jedem Zehntel“, sagt ihr Servicemann. Der nächste Check ist schon gebucht: 26. Oktober, Sölden, Riesenslalom – diesmal gegen die absolute Elite.
Die Schweizer Ski-Union reagierte innerhalb von Minuten: Ein Instagram-Video, auf dem Grob noch in der Zielmulde liegt, wurde mit der Unterschrift versehen: „Von null auf fixiert in 72 Sekunden.“ Die Botschaft ist klar: Wer in Saalbach gewinnt, darf im Winter nicht mehr überrascht tun. Grob selbst schüttelt nur den Kopf: „Ich bin noch derselbe Mensch, der heute Morgen mit zitternden Knien in den Startlauf gestiegen ist.“ Nur dass ihre Knie jetzt ganz Europa zittern lassen.
