Grifo pulverisiert rekord und schießt freiburg ins viertelfinale

Die Europa-League-Nacht von Freiburg war ein Feuerwerk aus Toren, Tränen und einem Torjäger, der Geschichte schreibt. 5:1 gegen Genk – und plötzlich steht der SC im Viertelfinale. Das Stadion bebte, die Fans sangen, und Vincenzo Grifo schrieb sich mit goldenen Lettern in die Klubannalen ein.

Der Mann mit der Nummer 32 traf zum 3:1, seine 106. Bundesligatür für den SC – und damit lässt er Nils Petersen hinter sich. «Ich wusste, dass der Rekord fällt, aber dass er so fallen würde, das übertrifft jeden Traum», sagte Grifo, während um ihn herum die Kameramänner stolperten und die Kollegen ihn wie einen Pokal hochhoben.

Freiburg startet mit druck und findet den genk-knopf

Schon nach neun Minuten zirkelte Grifo die Ecke, Matthias Ginter stieg höher als jeder Belgier – 1:0. Das war das Startsignal für einen Angriffskoller, der Genk innerhalb von 180 Sekunden fast die Luft abschnürte. Dann der nächste Standard, wieder Grifo, diesmal landet der Ball bei Igor Matanović, der aus fünf Metern vollstreckt. 2:0 nach 23 Minuten, die Gäste wirkten wie auf Schleichwegen hereingeritten.

Doch Genk schlug zurück. Konstantinos Karetsas traf den Pfosten, der Abpraller landete bei Matte Smets, der nur noch einschieben musste – 2:1. Die Kurve verstummte für eine Sekunde, doch die Freiburger antworteten mit noch mehr Tempo. Das war der Unterschied: Wo Genk verzweifelte, zogen die Breisgauer nur die nächste Waffe.

Grifos rekordtor lässt den breisgau kochen

Grifos rekordtor lässt den breisgau kochen

Nach der Pause war die Anspannung greifbar. Ein Tor, und die Straße nach vorne wäre frei. In der 53. Minute fasste Grifo den Ball, zog aus 18 Metern ab – der Schuss war so platziert, dass der Keeper nur noch die Hand ausstreckte, um sich zu vergewissern, dass er wirklich drin war. 3:1, Rekord, Erlösung. Drei Minuten später legte Yuito Suzuki nach, Maximilian Eggestein machte in der 79. Minute den Sack zu. Das Stadion wurde zur einzigen Diskothek der Stadt, die bis Mitternacht nicht schließen wollte.

Die Zahlen sind hart: Erstes Viertelfinale der Vereinsgeschichte, erstes Mal überhaupt, dass Freiburg eine K.o.-Runde nach Hinspielniederlage dreht. Und das nach zwei Jahren, in denen sie unter Christian Streich jeweils im Achtelfinale scheiterten. Julian Schuster, der neue Coach, sagte später: «Wir haben nicht nur gespielt, wir haben gelesen, was das Spiel von uns wollte.»

Nun droht der Saison-Engpass. Am 23. April gastiert der SC im DFB-Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart, in der Liga jagt Rang sieben, der Europa-League-Platz. Und schon Anfang April wartet Celta Vigo, das Olympique Lyon ausgeschaltet hat. Grifo lachte, als er das hörte: «Wir haben erst mal durchgeatmet. Aber der Atem wird kurz, wenn wir Spanien sehen.»

Die Fans sangen bis nach Mitternacht «Wir wollen nie wieder nach Hause». Der Club will nach Europa. Und Grifo? Der trägt jetzt die ewige Nummer eins im Torrekord – und hat noch mindestens zwei Wettbewerbe, um sie weiter nach oben zu schrauben.