Goretzka-echo: der hype nervt – auch den dfb?

Leon Goretzka kann sich ins Trainingslager zurückziehen, wohin auch immer er geht: Der Name wird gerufen, das Smartphone gezückt, das Video online gestellt. Ein Phänomen, das sich seit über anderthalb Jahren hartnäckig hält und nun sogar die Nationalmannschaft in den USA erreicht. Doch hinter der vermeintlichen Fan-Begeisterung verbirgt sich ein wachsendes Problem, das nicht nur Goretzka, sondern auch Trainer Kompany und das gesamte Team belastet.

Der ruf, der zum dauerärgernis wird

Der ruf, der zum dauerärgernis wird

Es begann harmlos, als ein viral gehender Video-Schnipsel den „Goreeeeeetzkaaaa“-Schrei ins digitale Zeitalter katapultierte. Was als witziger Trend startete, ist inzwischen zur akustischen Begleitung von Goretzkas Alltag geworden. Ob vor Spielen, bei Trainingseinheiten oder gar auf Reisen mit der Mannschaft – der Name hallt durch die Stadien und die sozialen Netzwerke. Und während Goretzka zunächst versuchte, die Aufmerksamkeit zu ignorieren, scheint der Hype nun eine Grenze zu erreichen.

Am Montag in Winston-Salem, beim ersten Training der Nationalmannschaft, wiederholte sich das Szenario. Schon wenige Minuten nach Beginn der Einheit, um 18:13 Uhr, waren die ersten Rufe zu hören. Goretzka, konzentriert auf das Aufwärmprogramm, reagierte nicht. Wenig später, um 18:18 Uhr, wurde sein Name erneut lautstark gefordert. Er zuckte mit den Schultern, zog die Hose hoch und behielt seinen ernsten Blick.

Doch die Rufe beschränken sich längst nicht mehr auf München, wo sie demnach bereits für Unmut bei Trainer Vincent Kompany und innerhalb der Mannschaft gesorgt haben. Die Situation ist ernst genug, um sie auch am anderen Ende des Atlantiks, bei der Nationalmannschaft, zu beobachten. Die wiederholten Rufe, die nun auch im DFB-Team Anklang finden, sind mehr als nur ein harmloses Zeichen der Begeisterung.

Laut Informationen von Bild empfindet der Mittelfeldspieler den Hype als störend. Es geht nicht nur um die Unterbrechung des Trainings oder die Ablenkung von der Konzentration, sondern auch um die ständige Beobachtung und die damit verbundene Einschränkung seiner Privatsphäre. Der Druck, dem er ausgesetzt ist, ist immens. Das Problem ist: Es gibt kein Abstellen.

Während die Fans sich über die virale Verbreitung des „Goreeeeeetzkaaaa“-Schreis freuen, steht Goretzka unter erheblichem Druck. Ob der DFB-Trainer nun eingreift, um die Situation zu entschärfen und Goretzkas Konzentration zu schützen, bleibt abzuwarten. Denn eines ist klar: Der Hype ist nicht mehr nur ein Phänomen, sondern eine Belastung.