Gonza alfonso blutet, siegt und schreibt miami-geschichte
7 Stiche, 7:5, 6:4 – und ein Platz in Runde zwei, als hätte nichts passiert. Gonza Alfonso riss sich am Mittwoch im Sechzehntelfinale des P1 Miami die Augenbraue an der Bande auf, schlug sich die Blutwunde zu und schickte seine Freunde Lucho Capra und Víctor Ruiz trotzdem in den Flug nach Hause.
Bei 4:3 bricht das glas – und alfonso bricht nicht ein
Die Szene war in Sekundenbruchteilen vorbei. Ball weit rechts, Sprint, verlorene Balance, Aufprall mit dem Gesicht gegen die Seitenscheibe. Schiedsrichter unterbrach sofort, Teamkollege Sanyo Gutiérrez kniete neben ihm, das Court war still. Fünfzehn Minuten später kam Alfonso zurück – Kopf umwickelt wie ein Boxer, weißes Handtuch bereits rot gefleckt.
Was folgte, war kein Befreiungsschlag aus Mitleid, sondern reine Absicht. Die Argentinischen Nummer-sechs-Finalspezialisten drehten das 4:3 in ein 7:5, weil Alfonso jetzt jeden Ball nahm, als gäbe es kein Morgen. Im zweiten Satz erhöhte Ruiz den Druck, doch Alfonso konterte mit zwei Parallelwinnern und dem Break zum 5:4. Matchball. Hand ins Publikum, Blick zur Decke, 6:4.

Sieben stiche später geht die reise weiter
Ab in die Notaufnahme, sieben Stiche, keine Narbe, die ihn aufhält. Auf Instagram postete er ein Selfie mit dem Kommentar: „Dolor, sí. Pero también octavos.“ Zu Deutsch: Schmerz, klar – aber auch Achtelfinale. Die Frage, ob er gegen Jon Sanz und Coki Nieto antritt, steht offiziell noch. Doch wer ihn kennt, weiß: Alfonso wird auflaufen, mit dicker Pflasterkette und noch dickerem Ehrgeiz.
Die Zahl des Tages: 19 Siege in seinen letzten 21 Partien seit Cancún. Miami ist nur die nächste Station, wo er mit Blut statt mit Tamper das Spielfeld markiert. Das Achtelfinale steht am Freitag. Die Geschichte dieses Sports schreibt er gerade neu – und die nächste Seite ist bereits aufgeschlagen.
