Gómez: das comeback, die dämonen und die liebe zur hoffnung

Padova – Ein Fußballer, gezeichnet von Fehlern, kämpft sich zurück ins Rampenlicht. Andrea Elefante enthüllt im exklusiven Interview mit Papu Gómez die Schattenseiten seines Dopings, die therapeutische Kraft seiner Familie und die unerschütterliche Leidenschaft, die ihn antreibt. Gómez, einst Weltmeister, nun ein Kämpfer in der zweiten italienischen Liga, spricht offen über seine Vergangenheit und blickt entschlossen in die Zukunft.

Die narben der vergangenheit: ein fehler, eine strafe, ein neuanfang

Die Suspendierung wegen Dopings war der einschneidende Moment, der Gómez‘ Karriere fast beendete. „An dem Tag, als das endgültige Urteil kam, ist mir die Welt zusammengebrochen“, gesteht er. Die Therapie, unterstützt von seiner Frau Linda, half ihm, die dunkle Zeit zu überwinden. Doch die psychischen Narben blieben. „Die psychischen Wunden tun weh, man erholt sich schwerer“, so Gómez, der sich an die Einsamkeit inmitten des Ruhms erinnert: „Als es gut lief, war ich von Leuten umgeben, die nur auf den Champion aus waren. Jetzt weiß ich, wer wirklich wichtig ist.“

Körperlicher kampf und mentale stärke: der weg zurück

Körperlicher kampf und mentale stärke: der weg zurück

Gómez schildert seinen mühsamen Weg zurück: „200 Kilometer am Tag, um am 10. Juli für Padova bereit zu sein.“ Die Behandlung seiner chronischen Sprunggelenksverletzungen in Bologna, die osteophyten, die ihm das Spielen ohne Injektionen unmöglich machten, waren nur ein Teil der Herausforderung. „Ein Muskelfaserriss nach fast zweiJahren Selbsttraining war vermeidbar. Aber das gehört zum Geschäft, zu meiner Rolle: Ich gehe den Mann an, bin immer in den Zweikämpfen, bekomme mehr Fouls. Ja, ich wurde ziemlich oft verprügelt.“

Familie, liebe und die hoffnung auf die zukunft

Familie, liebe und die hoffnung auf die zukunft

Die Unterstützung seiner Frau Linda, Psychologin und Mentalcoach, war entscheidend. „Sie ist um Jahre voraus. Wir kennen uns seit über zwanzig Jahren, und in dunklen Momenten ist sie unbezahlbar.“ Gómez betont, dass er gelernt hat, im Hier und Jetzt zu leben, die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich auf das zu konzentrieren, was er heute tun kann. „Ich habe verstanden, dass ich früher oft in Erinnerungen schwelgte oder mich fragte, wo ich morgen spielen werde. Aber es zählt, wer ich bin und was ich heute mache.“

Ein vertrag, eine familie, eine leidenschaft

Ein vertrag, eine familie, eine leidenschaft

Obwohl Gerüchte über Angebote von Top-Clubs wie Inter, Milan und Atletico Madrid kursieren, beabsichtigt Gómez, seinen Vertrag bei Padova zu erfüllen. „Ich habe noch ein Jahr Vertrag, und ich fühle mich hier wohl, meine Familie auch. Ich arbeite hart und hoffe, für das Vorbereitungsspiel bereit zu sein.“ Seine Leidenschaft für den Fußball, nicht nur für den Profi-Sport, treibt ihn an: „Ich schaue kaum Fußball, lebe aber die Trainings, die Vorbereitungen, die Reisen. Aber wenn ich den Geruch des Rasens rieche, wenn ich auf das Feld trete, spüre ich, dass ich noch glücklich bin.“

Und was die Weltmeisterschaft angeht? „Ich denke, es wird ein spannendes und ausgeglichenes Turnier werden. Die argentinische Mannschaft hat erfahrene und starke Spieler, angeführt von Messi. Dieses Team ist stärker als das, das in Katar gewonnen hat.“

Gómez blickt zurück auf eine Karriere voller Höhen und Tiefen. „Vielleicht ist der einzige Wehmut, nach Ukraine gegangen zu sein, aber wenn der Metalist nicht gewesen wäre, hätte es vielleicht keine Atalanta gegeben. Eine Tür schloss sich, und eine andere, viel größere, öffnete sich für die Karriere, von der ich als kleiner Träumer geträumt habe. Über 300 Spiele in der Serie A, vielleicht habe ich ein kleines Stück Fußballgeschichte im italienischen Fußball geschrieben – das ist für mich das Höchste.“