Golla vor abschieds-herausforderung: champions league oder nur erinnerungen?

Johannes Golla, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Leistungsträger von SG Flensburg-Handewitt, steht vor einem Dilemma, das Handball-Deutschland in Atem hält. Kann er seine Karriere mit dem Gewinn der European League krönen, oder droht ihm ein bitterer Abschied ohne die Chance auf Champions League?

Ein finale voller konsequenzen

Ein finale voller konsequenzen

Das Final Four der European League in Hamburg am kommenden Wochenende ist mehr als nur ein Handballturnier. Für Johannes Golla, der im Sommer zu seinem Jugendverein MT Melsungen zurückkehrt, ist es ein letzter Tanz im Trikot von Flensburg. Aber das sportliche Geschehen ist eng verwoben mit wirtschaftlichen Interessen: Flensburg, Melsungen oder der THW Kiel könnten mit dem Turniersieg den dritten deutschen Startplatz in der Königsklasse erobern. Das macht die Spannung ungemein hoch.

„Ich merke schon, dass für alle Mannschaften noch mehr dran hängt als in den vergangenen Jahren. Das Thema Champions-League-Qualifikation schwebt über allem“, so Golla nüchtern. Die Last der Verantwortung wiegt schwer, doch der Routinier scheint unbeeindruckt. Timo Kastening von Melsungen versuchte es humorvoll: „Natürlich habe ich Golli gesagt, dass er jetzt einen Gang runter schalten soll – was daraus wird, sehen wir am Samstag.“ Ein Scherz, der die Brisanz des Duells unterstreicht.

Golla selbst schiebt die äußeren Umstände beiseite: „Mein Ziel war es, mich mit einem Titel zu verabschieden. Das ist die letzte Chance.“ Die Begegnung mit seinem ehemaligen Verein Melsungen, zu dem er im Sommer zurückkehrt, sei zwar immer besonders, doch während des Spiels zähle nur der Sieg. „Da versuchen alle, das Beste rauszuholen.“

Die Frage, wer den dritten deutschen Startplatz in der Königsklasse ergattern wird, ist somit nicht nur eine Frage des sportlichen Könnens, sondern auch der wirtschaftlichen Bedeutung. Die Entscheidung wird am Samstag fallen, und Johannes Golla wird alles daran setzen, seinen Abschied gebührend zu feiern – mit dem Titel in der Hand.