Goiania-debakel: loch in der motogp-bahn stoppt sprint und lässt piloten zittern
Der Asphalt ging unter den Reifen weg. Statt Vollgas auf der Start-Ziel-Geraden schoben Bauarbeiter Bagger, und die MotoGP-Karawane stand still – das erste Mal seit 2004 wieder in Brasilien, und schon droht das Debakel.
Ein Sinkloch klafft mitten auf dem Autódromo Ayrton Senna in Goiania. Starkregen hat die Schicht unterhöhlt, der Belag wurde rechtwinklig herausgeschnitten, die FIM bestätigt: Qualifying für Moto2 und Moto3 ist ausgesetzt. Der Sprint, für 19:00 Uhr MEZ (Sky) vorgesehen, hängt an einem Flicken Kaltasphalt.
Regen, dreck und ein comeback, das ins wasser fällt
Schon am Dienstag stand der Kurs unter Wasser, Schlamm bedeckte die Boxengasse. Jetzt also das Loch – drei Meter lang, einen halben Meter tief, direkt auf der idealen Linie. Diogo Moreira, Brasiliens Hoffnung, wartete mit Helm unterm Arm und erntete statt Applaus nur Staub. Die Strecke war seit 1989 nicht mehr im Kalender, nun droht der zweite Rückzug innerhalb von 24 Stunden.
Die FIM spricht von „schnellstmöglicher Lösung“, doch die Uhr tickt. Die MotoGP-Piloten haben Freitagabend noch keine Rundenzeit, die Stewards müssen bis Sonnenaufgang grünes Licht geben, sonst rutscht der Sprint in den Müllplan. Ein Ersatztermin existiert nicht, denn Sonntag ist Hauptrennen – und schon dort droht laut Wetterdienst erneut Sturzregen.
Technische Delegierte wollen bis 8:00 Uhr Ortszeit eine Testrunde mit Safety-Car absolvieren. Werden die Räder erneut wellig, fliegt der Grand Prix komplett aus dem Terminfenster. Brasilien würde zum zweiten Mal nach Katar 2026 das Nachsehen haben – ein Schlag ins Kontor für die Expansionsstrategie von Dorna.

Die rechnung geht nach hinten los
Die Promoter zahlten Millionen für die Rückkehr nach Südamerika, lockten mit Samba-Feeling und 60.000 erwartete Zuschauer. Jetzt bangen sie um TV-Geld und Sponsoring, denn Sky droht mit Rabatt, sollte das Programm zusammenbrechen. Und die Teams? Sie kalkulieren schon mit einem verkürzten Wochenende – weniger Tracktime, weniger Daten, mehr Risiko.
Die Faszination des Sports? Heute steckt sie im Baggerbiss. Entweder schaffen die Arbeiter die Reparatur, oder Brasilien verabschiedet sich mit einem Schlagloch als Visitenkarte. Für Moreira und Co. heißt es: Abwarten, Helme polieren, und hoffen, dass der Asphalt hält, bevor der Himmel wieder aufreißt.
