Gladbach rettet sich mit stögers hammer – st. pauli droht der abstieg
Kevin Stöger zog aus 25 Metern durch, der Ball schlug knapp unter der Latte ein – und 49.202 Zuschauer im Borussia-Park atmeten tief durch. Mit dem 2:0 (1:0) im Kellerduell gegen den FC St. Pauli hat Borussia Mönchengladbach im Abstiegskampf wieder Luft geholt, während die Hamburger auf dem Relegationsplatz feststecken.
Stögers erstes tor seit 20 monaten wird zur befreiung
Der Österreicher hatte zuvor 31 Pflichtspiele ohne Treffer absolviert, doch seine Direktabnahme aus dem Stand war ein Schlag ins Schwarze: Es war Gladbachs erstes direktes Freistoßtor seit Dezember 2020, als Lars Stindl gegen Frankfurt traf. „Wir haben den Druck gebraucht, um Höchstleistungen abzurufen“, hatte Sportdirektor Rouven Schröder vor dem Anpfiff gesagt – sein Team lieferte.
Die Fohlen kontrollierten von Anfang an das Spiel, ließen den Ball gegen tief stehende Gäste laufen, doch die Räume blieben eng. St. Paulis Joel Chima Fujita vergab die größte Chance der ersten Halbzeit, zielte aus fünf Metern zu mittig (27.). Ansonsten blieb die schwächste Offensive der Liga harmlos – und wurde nach der Pause von Franck Honorat eingestampft. Der Franzose, erst sechs Minuten zuvor für den 17-jährigen Wael Mohya eingewechselt, schlenzte aus 18 Metern abgefälscht ins Netz (62.).

Der köln-gesang wird lauter
In der Schlussphase schwappte bereits der Gesang Richtung Rheinenergie-Stadion über die Tribünen: „Nächste Woche fahren wir nach Köln!“ Das Rheinderby am Samstag könnte für Gladbach nun zur weiteren Zäsur werden – vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind kein Puffer, sondern ein Startpunkt. Für St. Pauli endet mit der Niederlage das kurze Hoch von sieben Punkten aus drei Spielen. Die Hamburger haben nur noch sieben Spiele Zeit, um den Anschluss zu finden – sonst droht der Gang in die 2. Bundesliga.
Die Zahlen sind gnadenlos: St. Pauli erzielte in 25 Spielen nur 18 Tore – das ist Rekord in dieser Saison. Gladbach dagegen hat nach dem Sieg unter Coach Eugen Polanski wieder eine Perspektive. „Wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können“, sagte Stöger. Der Druck bleibt – aber jetzt liegt er auf der anderen Rheinseite.
