Giulia gwinn: verletzungen als weg zur persönlichen stärke
Giulia gwinn: verletzungen als weg zur persönlichen stärke
Giulia Gwinn, die Nationalspielerin und Kapitänin des FC Bayern München, hat in einem Interview mit dem Tagesspiegel offen über die schweren Verletzungen gesprochen, die sie in ihrer Karriere erlitten hat. Die 26-Jährige betonte, dass die Rückschläge sie nicht gebrochen, sondern entscheidend verändert hätten. Sie habe durch diese Erfahrungen eine bemerkenswerte persönliche Entwicklung durchlaufen.
Von der schüchternheit zur selbstsicherheit
Vor ihren Verletzungen beschrieb Gwinn sich selbst als eine „extrem schüchterne Person“. Die Zeit der Zwangspausen und die Auseinandersetzung mit ihren körperlichen und mentalen Grenzen halfen ihr, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Heute tritt sie als eine deutlich selbstsicherere Persönlichkeit auf und hat sich innerhalb der Mannschaft zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für ihre Mitspielerinnen entwickelt. Die Rückkehr nach zwei Kreuzbandrissen habe sie „als eine andere Spielerin“ zurückgebracht.
Die belastung im frauenfußball
Gwinn äußerte sich auch besorgt über die steigende Belastung im Frauenfußball. Engere Spielpläne, die zunehmende körperliche Anforderungen und der wachsende Wettbewerb tragen ihrer Meinung nach zu den häufigeren Kreuzbandverletzungen bei. Sie betonte jedoch, dass ein Restrisiko immer bestehen bleibe und man das Risiko nicht vollständig eliminieren könne. Psychologische Unterstützung habe ihr geholfen, die Rückschläge zu verarbeiten und neue Kraft zu schöpfen.
Die em-verletzung und die schwierige zeit danach
Die Verletzung beim EM-Spiel 2025, bei der sie sich am Innenband des Knies verletzte, war für Gwinn besonders schmerzhaft. Die Zeit, die sie danach bei der Mannschaft verbrachte, ohne jedoch spielen zu können, bezeichnete sie als „unfassbar schlimm“. Sie habe sich oft nur auf die Unterstützung der Mannschaft konzentrieren können, was jedoch eine große psychische Belastung darstellte. Diese Zeit sei schlimmer gewesen als die Kreuzbandrisse selbst.
Gleichberechtigung im fußball
Gwinn begrüßte die zunehmende Unterstützung für die Gleichberechtigung im Fußball, auch von männlichen Spielern wie Joshua Kimmich, der sich immer wieder zu Wort meldet. Sie betonte, dass die Spielerinnen mittlerweile ein Standing erreicht hätten, das ihre Stimme Gehör findet und Veränderungen bewirken kann. Mit über 700.000 Abonnenten auf Instagram hat sie eine große Reichweite.
Der umgang mit den sozialen medien
Trotz ihrer großen Popularität auf Social Media zeigte sich Gwinn auch respektvoll gegenüber den damit verbundenen Herausforderungen. Sie äußerte die Meinung, dass Frauen in den sozialen Medien anders betrachtet würden als Männer. Dies erfordere einen bewussten Umgang und eine stärkere Sensibilisierung für mögliche Ungleichbehandlungen.
