Gislason zieht nach 41:38-feuerwerk die abwehr-reihe stramm
41 Tore im Tor, 38 im Gegner – das war kein Handballspiel, das war ein Schießstand. Alfred Gislason blieb selbst nach dem Sieg gegen Ägypten die Euphorie im Hals stecken. „Wir waren deutlich weg von der Beweglichkeit, die sie im Januar hatten“, sagte der Bundestrainer einen Tag nach dem 41:38-Spektakel und kündigte an: „Das zweite Spiel wird ein anderes Gesicht bekommen.“

Die abwehr bekommt ein facelift
Am Sonntag (15.30 Uhr/ProSieben und Dyn) in Bremen will Gislason die Lücken stopfen, die Ägypten mit Tempogegenstößen Riesenlocher riss. Johannes Golla und Co. sollen nicht mehr laufen wie nach einem Sprint-Marathon, sondern agieren wie ein geschlossener Kasten. Die Partie ist mehr als ein Test: Sie ist der erste Realitätscheck 300 Tage vor der Heim-WM.
Die DHB-Planungen laufen bereits auf Hochtouren. Am 15. Mai fliegt die Mannschaft nach Kopenhagen, um gegen Dänemark erneut den Maßstab zu messen – zwei Tage später empfängt sie den Olympiasieger in Köln. Gislason will keine Freundschaftsspiele, er will Stressfeuer. „Wir brauchen Gegner, die uns aus der Komfortzone boxen“, sagt er. Die Ägypter haben den ersten Schritt gemacht, jetzt sollen die Skandinavier den zweiten folgen.
Die Botschaft ist klar: Wer vor eigenem Publikum Weltmeister werden will, darf keine 38 Gegentore kassieren. Golla weiß: „Wir können uns kein weiteres Tor-Turnier leisten.“ Bremen wird zum Prüfstand – und zum Startschuss für eine Defensive, die im Januar endlich wieder Weltklasse sein soll.
