Gislason zieht die karten: vertrags-poker nach wm 2027 beginnt jetzt

Alfred Gislason wirft den Ball in den DHB-Hof. 300 Tage vor dem WM-Auftakt in Deutschland verrät der 66-jährte Isländer, dass er weitermachen will – aber nur, wenn die Verbandstopper ihn holen. „Letztendlich müssen die entscheiden“, sagt er und meint damit mehr als nur einen neuen Arbeitsvertrag.

Silber-pokal im regal, zukunft offen

Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache: Platz 12, 5, 6 bei Weltmeistersungen, dafür EM-Silber 2026 und Olympia-Zweiter 2024. Für Gislason ist das kein Abschied, sondern ein Aufmacher. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mit dieser Mannschaft weitermachen will“, betont er vor den Testspielen gegen Ägypten. Die Botschaft ist klar: Er hält sich für den richtigen Mann, auch wenn derzeit kein neues Angebot auf dem Tisch liegt.

Im Trainingslager in Hamburg probiert der Coach fast die komplette EM-Elf aus. Nur Andreas Wolff fehlt verletzt, hinter Marko Grgic steht ein Fragezeichen. 14 Silber-Männer sollen gegen den Afrikameister zeigen, dass der Kern reif ist für den nächsten Coup. „Wir passen nur Nuancen an“, sagt Gislason. Für ihn ist das kein Test, sondern eine Bewerbungs-Show.

Plan b steht schon bereit

Plan b steht schon bereit

Sollte der DHB zögern, hat Gislason bereits die Flucht nach vorn genannt: „Ich werde nicht mit Handball aufhören, solange ich den Glauben habe, etwas geben zu können.“ Ein Satz, der die Verantwortlichen vor die Wahl stellt: Weitermachen mit dem Isländer oder riskieren, dass der Erfolgscoach der Nationalelf Konkurrenz wird.

Die Uhr tickt. Bis Januar 2027 ist die Heim-WM, danach läuft sein Vertrag aus. Wer zuerst handelt, bestimmt nicht nur die Zukunft des Trainers, sondern auch die Richtung des deutschen Handballs. Gislason hat seine Karte aufgedeckt – jetzt ist der DHB am Zug.